Trump droht, den iranischen Energiesektor zu zerstören, falls die Straße von Hormus nicht geöffnet wird

Der Präsident der USA nannte die laufenden Verhandlungen erfolgreich, versprach jedoch zugleich, Kraftwerke, Ölbohrstellen und die Insel Khark anzugreifen. Drohung und Diplomatie — in einem Beitrag.

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Фото: EPA / AARON SCHWARTZ

Donald Trump hat auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social damit gedroht, iranische Kraftwerke, Ölbohrlöcher und die Insel Kharg im Persischen Golf — einen wichtigen Knotenpunkt des iranischen Ölexports — zu zerstören. Bedingung: Teheran muss kein Abkommen unterzeichnen und die Straße von Hormus öffnen.

Bemerkenswerterweise fiel die Drohung in demselben Beitrag, in dem Trump von „erheblichen Fortschritten“ in den Verhandlungen mit einem „neuen und klügeren“ iranischen Regime sprach. Beide Botschaften sind eine direkte Passage zu einem Publikum: den iranischen Verhandlungsführern.

Die Insel Kharg ist nicht nur ein geografischer Punkt. Durch sie läuft der Großteil des iranischen Ölexports. Ein Schlag gegen sie würde nicht nur eine militärische Eskalation bedeuten, sondern auch die wichtigste Quelle der Deviseneinnahmen der Islamischen Republik blockieren. Auf die Liste setzte Trump außerdem „vielleicht alle Entsalzungsanlagen“ — Infrastruktur, von der das Trinkwasser von Millionen Iranern abhängt.

Die Straße von Hormus — die Engstelle zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf — lässt jährlich etwa 20 % des weltweiten Ölhandels passieren. Iran droht regelmäßig, sie als Reaktion auf US-Druck zu sperren. Diesmal wurde die Drohung in die entgegengesetzte Richtung geäußert.

Trump präzisierte nicht, was er genau unter dem „Öffnen“ der Straße versteht: Iran hat offiziell nicht angekündigt, sie zu blockieren. Das ist entweder eine diplomatische Präemption — Druck, bevor die Lage eskaliert — oder ein Signal, dass Washington über Pläne Teherans Bescheid weiß, die öffentlich noch nicht bekannt sind.

Wenn die Verhandlungen tatsächlich in der Endphase sind — inwieweit sind diese Drohungen ein Druckmittel und nicht ein Symptom ihres tatsächlichen Scheiterns?

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