Uschhorod überholt Kiew: Mieten 30 % teurer — wie die Sicherheitslage den Wohnungsmarkt umgestaltet

Anstelle der traditionellen Migration in die Hauptstadt — ein Gegenstrom: die hohe Nachfrage nach sicheren westlichen Städten hat die Preise in Uschhorod in die Höhe getrieben. Wir analysieren, was passiert und welche Risiken dies für Mieter und den lokalen Markt birgt.

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Kurz — Zahlen, die das Gleichgewicht verändern

Stand Anfang Januar 2026 wurden die höchsten Mieten für Einzimmerwohnungen in der Ukraine in Uzhhorod registriert — etwa 21 300 грн/Monat., zeigen Daten der Plattform LUN. Zum Vergleich: Lviv — 17 600 грн, Kyiv — 17 000 грн.

"Stand Anfang Januar 2026 wurden die höchsten Mietpreise für Wohnraum in der Ukraine in Uzhhorod registriert"

— LUN

Warum die Preise in Uzhhorod gestiegen sind

Kurz gesagt: Die Nachfrage nach Wohnraum in Uzhhorod ist schneller gestiegen als das Angebot. Gründe sind eine Kombination aus Sicherheitsaspekten, Binnenmigration und der begrenzten Zahl attraktiver Wohnungen in zentralen Lagen.

Nach Angaben der Vereinigung der Immobilienfachleute (AFNU) haben die jüngsten Angriffe in anderen Regionen eine neue Welle von Umsiedlungen in westliche Städte ausgelöst. Nach Uzhhorod ziehen nicht nur Binnenvertriebene aus dem Osten und Süden, sondern auch Teile der Bevölkerung aus Kyiv, die den regelmäßigen Beschuss und Stromausfällen überdrüssig sind.

Was in Kyiv passiert

In der Hauptstadt zeigt der Mietmarkt eine entgegengesetzte Dynamik — Abwanderung hat zu sinkenden Preisen geführt. Schätzungen zufolge ist der Durchschnittspreis für eine Einzimmerwohnung in Kyiv um 20% gefallen — von 20 000 грн im August auf 17 000 грн. Zweizimmerwohnungen wurden von 29 000 auf 23 000 грн günstiger.

"Sogar Wohnungen mit stabiler Nachfrage, insbesondere Wohnungen in Neubauten, wurden innerhalb eines Monats um 10% günstiger"

— Oksana Kovtun, Leiterin der Kiewer Abteilung der AFNU

Das Angebot kommt mit der Nachfrage nicht nach

Sogar trotz verstärkter Bautätigkeit seit Februar 2022 ist die Zahl neuer Wohnungen in Uzhhorod (etwa 8 100) deutlich geringer als in Lviv (21 600) oder Kyiv (16 500), so LUN. Das knappe Angebot ist besonders in den zentralen Stadtteilen zu spüren, wo die größte Nachfrage konzentriert ist.

Was das für Mieter und die Stadt bedeutet

Für Binnenvertriebene und diejenigen, die sicherere Bedingungen suchen, bedeuten steigende Preise höhere Ausgaben oder die Notwendigkeit, Wohnungen weiter außerhalb des Zentrums zu suchen. Für Immobilienbesitzer — die Möglichkeit, die Mieten anzuheben, aber auch das Risiko sozialer Spannungen bei starkem Preisanstieg.

Für die lokale Wirtschaft ist es zugleich Chance und Herausforderung: Höhere Mieteinnahmen können die Dienstleistungsinfrastruktur stützen, langfristig erfordert dies jedoch Aufmerksamkeit von Lokalbehörden und Investoren, um das Angebot an qualitativ hochwertigem Wohnraum zu erweitern.

Kurze Prognose

Die Preisdifferenz zwischen Uzhhorod und Kyiv beträgt seit Dezember bereits etwa 30%. Wenn der Zustrom von Binnenvertriebenen und Bewohnern großer Städte nicht abnimmt und die Bautätigkeit das Angebot in zentralen Zonen nicht beschleunigt, wird der Preisdruck anhalten. Analysten und Makler sind sich einig: Ohne geplante Investitionen in bezahlbaren Wohnraum und Infrastruktur droht der Region ein destruktives Ungleichgewicht, das die soziale Stabilität gefährden kann.

Frage an lokale und staatliche Behörden: Wie kann verhindert werden, dass der Sicherheitsvorteil sich für die Bewohner in eine ökonomische Belastung verwandelt — die Antwort wird die Zukunft der westlichen Regionen der Ukraine prägen.

Quellen: LUN, AFNU, LIGA.net, Immobilienagentur "Fortezja".

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