Warum steigende Ölpreise jetzt Ihre Hypothek treffen und nicht nur die Zapfsäule

Ölpreise um 6% wegen Eskalation im Nahost-Konflikt gestiegen, was eine Kettenreaktion auslöst, die nicht nur zu teureren Benzinpreisen, sondern auch zu höheren Kreditkosten in den USA und weltweit führt.

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Als WTI innerhalb eines Tages von etwa 96 auf über 102 Dollar pro Barrel sprang und Brent die Marke von 107 durchbrach, ist die erste Reaktion, an Tankstellenpreise zu denken. Doch der eigentliche Schlag kommt dieses Mal von anderer Seite: durch Anleihen und Zinssätze, die die Kosten für Hypotheken, Autokredite und Geschäftsdarlehen weltweit bestimmen.

Der Mechanismus ist einfach und zugleich unangenehm. Teureres Öl führt zu höheren Transportkosten, Produktion und Energie — und somit zu steigenden Warenpreisen. In den USA ist dies bereits sichtbar: der Index der Erzeugerpreise ist um 5,4% statt der erwarteten 5,2% gestiegen. Für die Federal Reserve ist dies ein Signal, dass die Inflation noch nicht unter Kontrolle ist.

Zinssätze könnten statt zu fallen sogar steigen

Trump übt konsequent Druck auf die Fed aus und fordert Zinssenkungen, um Kredite vor Wahlzyklen zu verbilligen. Doch die Märkte kalkulieren nun das gegenteilige Szenario ein: Sollte Öl weiter teurer werden und die Inflation sich beschleunigen, wird der Regulator die Zinssätze halten oder sogar erhöhen müssen.

Der auffälligste Indikator für diese Verschiebung ist die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen, die 5,3% überschritten hat. Dies ist das höchste Niveau seit 2001, und gerade an dieser Rendite orientieren sich Banken bei der Festlegung von Zinssätzen für langfristige Hypothekendarlehen.

Die Märkte reagierten auf gegenseitige Angriffe der USA und des Irans auf Schiffe in der Persischen Bucht sowie auf Trumps Aussagen, die den Investoren keinen Grund gaben, mit einer raschen Beendigung des Konfrontation zu rechnen.

Das heißt, der durchschnittliche Amerikaner, der plante, seine Hypothek in Erwartung günstigerer Zinsen zu refinanzieren, könnte das gegenteilige Ergebnis erhalten — und dies alles wegen von Ereignissen Tausende Kilometer von Washington entfernt.

Bab el-Mandeb als zweite Druckfront

Parallel dazu schreiten die vom Iran unterstützten Huthis im Südwesten des Jemen voran und nähern sich der Straße von Bab el-Mandeb — durch sie fließen über 10% des weltweiten Frachtverkehrs. Die Eroberung von Mokha durch die Huthis wird bereits als direktes Signal einer Bedrohung für Energierouten interpretiert, auf denen Öl und Gas aus dem Persischen Golf nach Europa und Asien transportiert werden.

Sollte die Kontrolle über die Straße oder die umliegenden Gewässer Gegenstand einer noch intensiveren Auseinandersetzung werden, werden Versicherungsprämien für Tanker und die Kosten für alternative Routen um Afrika herum steigen — und dies ist ein zusätzlicher inflationärer Impuls, der sich dem bereits vorhandenen überlagert.

Die Frage stellt sich nun nicht mehr, ob Benzin an der Tankstelle teurer wird — das ist bereits geschehen. Die Frage ist, ob die Fed dem politischen Druck standhält und ob Schulden in absehbarer Zeit zu höheren Zinssätzen refinanziert werden müssen als noch vor einem Monat erwartet.

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