11,3 Mrd. Hrywnja „Winterhilfe“: 80 % flossen in Nebenkosten — was bedeutet das für Familien und den Staatshaushalt?

Die einmalige Tausend‑Hrywnja‑Zahlung ist für Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer nicht mehr Luxus, sondern ein Mittel, um Heizung und Strom zu bezahlen. Wir erklären, warum das Geld genau dafür ausgegeben wurde und welche Risiken und Vorteile das Programm hat.

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Kurz — Zahlen, die für sich sprechen

Das Ministerkabinett zog die ersten Bilanz der „Winterunterstützung“. Davon profitierten 17,8 Millionen Menschen in der Ukraine (darunter 3,5 Millionen Kinder). Stand 19. Januar wurden für die Zahlungen 11,3 Mrd. Hrywnja ausgegeben, und rund 80 % dieser Mittel flossen in die Bezahlung von Nebenkosten.

"Am häufigsten werden die Mittel für die Bezahlung von Nebenkosten verwendet – das sind etwa 80 % der Ausgaben. Zu den anderen populären Kategorien zählen Lebensmittel, Medikamente sowie Spenden für die Streitkräfte der Ukraine."

— Julija Swyrydenko, Premierministerin

Wem sonst noch Mittel überwiesen wurden

Getrennt davon laufen weiterhin Auszahlungen von 6.500 Hrywnja an besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Diese erhielten bereits 374.367 Menschen, die etwa 1,1 Mrd. Hrywnja ausgaben — vorwiegend für Kleidung und Schuhe für Familien.

Warum das Geld in die Nebenkosten floss — Kontext

Das ist kein Zufall. In der Wintersaison steigen die Zahlungsbelastungen: Tarife, häufiger werdende Zahlungsrhythmen, das Risiko der Verschuldung. Für viele Familien wurde die einmalige Auszahlung von 1.000 Hrywnja genau zum „jetzt bezahlen“ und nicht zur Deckung langfristiger Bedürfnisse verwendet.

Analysten der Sozialpolitik weisen darauf hin, dass in Perioden energetischer und wirtschaftlicher Instabilität gerade direkte Geldtransfers schnell das Risiko von Schuldenanhäufung und extremer Armut verringern — auch wenn die Zusammensetzung der Ausgaben für Teile der Öffentlichkeit unangenehm erscheinen mag.

Folgen und Fragen, die es zu überwachen gilt

Vorteile: schnelle Entlastung des Familienbudgets, Verringerung des Zahlungstresses für Versorgungsunternehmen und geringerer Druck auf Wohltätigkeitsnetzwerke. Nachteile und Risiken: Fragen der Zielgenauigkeit (haben die verletzlichsten Personen Hilfe erhalten) sowie politische Debatten über die Zweckmäßigkeit einmaliger Auszahlungen statt systemischer Reformen zur Einkommenssicherung.

Das Expertenumfeld ist sich einig, dass die Wirksamkeit des Programms nicht allein an der Ausgabensumme gemessen werden darf, sondern danach, ob es Abschaltungen oder die Anhäufung von Schulden in kritischen Monaten verhindert hat.

Wie es weitergeht

Das Programm startete am 24. November, und die Auszahlungen laufen weiterhin. Der nächste Schritt ist ein transparenter Monitoring-Prozess der Ausgaben und öffentliche Daten über die Auswirkungen auf die Energieverschuldung der Haushalte. Das wird erlauben, die Einmalunterstützung in ein effektives Instrument der sozialen Stabilisierung während des Krieges zu verwandeln.

Frage an Gesellschaft und Regierung: Soll das Format einmaliger Transfers in künftigen Krisen beibehalten werden, oder soll in gezieltere Hilfsmechanismen investiert werden? Von der Antwort hängt die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit vieler Familien in diesem Frühjahr ab.

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