Warum das wichtig ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj traf den ukrainischen Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch und seinen Vater, Trainer Mychajlo Heraskewytsch, und überreichte dem Sportler den Orden der Freiheit. Die Veranstaltung findet vor dem Hintergrund eines heftigen Konflikts zwischen dem ukrainischen Athleten und internationalen Sportinstitutionen — dem IOC und der IBSF — über einen „Gedenkhelm“ statt, der den getöteten ukrainischen Sportlern und Kriegshelden gedenken sollte.
Was passiert ist
Das IOC disqualifizierte Wladyslaw Heraskewytsch vor seinem ersten Lauf bei den Olympischen Spielen 2026 im Skeleton, nachdem entschieden wurde, ihn nicht im Helm mit Gedenksymbolik antreten zu lassen. Heraskewytsch kündigte an, die Suspendierung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten zu wollen. Laut Angaben wurde ein beschleunigtes Verfahren beim CAS durchgeführt und der Antrag am 13. Februar 2026 abgelehnt.
„Die Ukraine wird sowohl Champions als auch Olympioniken haben. Aber das Wichtigste, was die Ukraine hat, sind die Ukrainer. Diejenigen, für die Wahrheit und die Erinnerung an die Sportlerinnen und Sportler wichtig sind, die Russland getötet hat und die wegen der russischen Aggression nie wieder an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen können.“
— Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
„Das IOC hat nicht mich suspendiert, sie haben die Ukraine suspendiert.“
— Wladyslaw Heraskewytsch, Skeletonfahrer
Position des IOC und Entscheidung des CAS
Die offiziellen Argumente des IOC und der IBSF bezogen sich auf Reglements, die politische Aussagen auf der Sportausrüstung während des Wettkampfs untersagen. Der CAS hat, wie aus der Entscheidung vom 13. Februar 2026 hervorgeht, den Antrag von Heraskewytsch im Rahmen des beschleunigten Verfahrens abgewiesen. Das bedeutet in der Praxis, dass der Sportler vom Start bei den Olympischen Spielen 2026 ausgeschlossen blieb.
Bedeutung für die Ukraine
Die Auszeichnung durch das Staatsoberhaupt ist nicht nur eine Anerkennung der persönlichen Haltung des Sportlers. Sie ist ein Signal an die internationale Gemeinschaft: Die Erinnerung an die während der russischen Aggression Getöteten ist Teil der nationalen Identität und fällt nicht automatisch unter die Definition von „Politik“ im Sport. Im weiteren Sinne wirft der Fall Fragen nach den Grenzen der Reglements internationaler Verbände in Kriegszeiten auf und danach, wie Sportorganisationen auf moralische Forderungen von Gesellschaften reagieren, die unter Aggression leiden.
Wie es weitergeht
Heraskewytsch hatte Berufung angekündigt — selbst wenn der CAS sie bereits im beschleunigten Verfahren geprüft hat, sind weitere Schritte möglich: öffentlicher Druck, diplomatische Interventionen oder Initiativen zur Änderung der Regeln internationaler Verbände. Für die ukrainische Seite ist entscheidend, symbolische Unterstützung in praktische Instrumente zum Schutz der Athletinnen und Athleten und der Normen des internationalen Sports umzuwandeln.
Dieser Vorfall stellt eine einfache, aber wichtige Frage: Wie lassen sich universelle Sportregeln mit dem Anspruch auf Erinnerung und Gerechtigkeit für Länder, die Aggression erleben, vereinbaren? Die Antwort wird nicht nur über das Schicksal einzelner Sportler entscheiden, sondern auch über den Ruf internationaler Institutionen.