Was passiert ist
Reuters zufolge werden in Genf am 17. Februar zwei Sitzungen mit Beteiligung der US‑Delegation stattfinden: am Morgen – Verhandlungen mit Vertretern des Iran (unter Beteiligung von Vermittlern aus Oman), und am Nachmittag – trilaterale Gespräche mit den USA, der Ukraine und Russland. Die ukrainische Seite und die russische Delegation bestätigten Treffen für den 17.–18. Februar.
Wer am Tisch sitzen wird
Reuters nennt in der US‑Delegation den Sondergesandten des US‑Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner. Zuvor fanden Treffen zwischen den USA und dem Iran im Oman statt (zuletzt am 6. Februar). Die russische Delegation wird dieses Mal von Wladimir Medinsky geleitet – er war bereits der Hauptverhandler Moskaus bei den Gesprächen in Istanbul.
„Das wäre wohl das Beste, was passieren könnte“
— Donald Trump, Zitat nach Axios zur Möglichkeit eines Regimewechsels im Iran
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Die Gleichzeitigkeit der beiden Tracks verschafft Washington Flexibilität: Die USA können Druck und Angebote auf verschiedenen Schauplätzen synchronisieren, ohne einen Verhandlungsprozess den anderen vollständig dominieren zu lassen. Für Kiew bedeutet das, dass:
- die Verhandlungen mit Russland vor dem Hintergrund eines breiteren diplomatischen Spiels stattfinden, in dem Washington versucht, seine Einflusshebel zu bewahren;
- die Ukraine trotz fehlender Kompromisse am Verhandlungsprozess teilnimmt – das ist ein Signal der Dialogbereitschaft, ohne auf zentrale nationale Interessen zu verzichten;
- entscheidend werden die Details der Protokolle, die Zusammensetzung der Delegationen und ob konkrete Schritte zu Kontrolle, Trennung (der Streitkräfte) oder Sicherheitsmaßnahmen festgeschrieben werden – nicht nur Erklärungen.
Risiken und Erwartungen
Die Rückkehr Medinskys in den Verhandlungsprozess kann symbolische und praktische Bedeutung haben – für Moskau ist es eine Möglichkeit, die Bereitschaft zu bestätigen, den Dialog über politische Kanäle zu führen und nicht nur über Machtmittel. Wie Außenminister Andrij Sybiha bemerkte, wisse er nicht, was diese Rückkehr bedeute, und erinnerte an Medinskys „historische Pseudo‑Lektionen“ während früherer Treffen, was ein Element des Misstrauens in die Verhandlungen einbringe.
„Ich weiß nicht, was die Rückkehr des Beraters Putins in den Verhandlungsprozess bedeutet“
— Andrij Sybiha, Außenministerium der Ukraine
Analysten betonen: Der Erfolg dieser Sitzungen hängt weniger vom medialen Effekt ab als von technischen Details – wer was unterschreibt, welche Überprüfungsmechanismen festgelegt werden und ob die Verhandlungen sich von Erklärungen in umsetzbare Vereinbarungen verwandeln können.
Kurzes Fazit
Zwei Sitzungen an einem Tag sind ein Instrument der Diplomatie, das den USA ermöglicht zu manövrieren und mehrere regionale Fragen gleichzeitig im Blick zu behalten. Für die Ukraine ist es entscheidend, darauf zu drängen, dass jegliche Abmachungen Sicherheitsgarantien und Kontrollmechanismen enthalten. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob die diplomatische Aktivität in konkrete Ergebnisse für Sicherheit und die Wiederherstellung der territorialen Integrität mündet.