Der Booker Prize wird nach russischen Videospielentwicklern benannt — und es geht nicht mehr um Geld, sondern um Reputation

Der Internationale Booker-Preis wird umbenannt zu Ehren der Familie Buchman, die hinter 1C Entertainment steht. Ein zehnjähriges Sponsoring bildete die Grundlage dafür. Doch gibt es Grund für noch mehr?

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Дмитро і Дар'я Бухман (фото – Bukhman Philanthropies)

Einer der renommiertesten Literaturpreise der Welt — der Internationale Booker Prize — wird offiziell seinen Namen ändern. Von nun an wird er Internationaler Booker Prize Buchman heißen. Grund dafür ist eine zehnjährige Partnerschaft mit der Familie Buchman — den Gründern des Unternehmens 1C Entertainment, einem der größten Videospielentwickler und -distributoren, der aus Russland hervorging.

Die Organisatoren des Preises stellen dies als Anerkennung der langjährigen philanthropischen Unterstützung dar. Nikita Buchman, ein Vertreter der Familie, beschrieb Literatur in einem Kommentar als „Brücke zwischen Kulturen". Das klingt edel. Aber der Kontext ist ein anderer.

Wer sind die Buchmans und was ist 1C

1C ist nicht einfach nur eine Gaming-Marke. Das Unternehmen war Jahrzehnte lang einer der Schlüsselakteure der russischen Technologieindustrie mit einem verzweigten Netzwerk in ganz Osteuropa. Nach der vollständigen Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 wurde die Frage nach den Verbindungen aller großen russischen Unternehmen zum Staat oder zum Putin-Regime keine akademische, sondern eine praktische.

Die Organisatoren des Booker Prize haben nicht öffentlich erklärt, ob sie die Herkunft des Kapitalgebers des Sponsors unter den Bedingungen des Krieges überprüft haben. Die Partnerschaft bestand — und bestand öffentlich.

Das Problem ist nicht das Geld — es ist das Signal

Literaturpreise existieren nicht nur als Mechanismus zur Würdigung von Autoren. Sie prägen den kulturellen Kanon und bestimmen, wessen Stimmen als wichtig erachtet werden. Wenn der Name des Sponsors Teil des Preisnamens wird — das ist keine Philanthropie mehr, das ist Branding. Und Branding funktioniert in beide Richtungen.

Unter den Preisträgern des International Booker sind Autoren aus der Ukraine, Polen und anderen Ländern, die direkt unter den Folgen der russischen Aggression leiden oder im Schatten dieser leben. Wie sollen sie einen Preis wahrnehmen, der den Namen einer Familie mit russischen wirtschaftlichen Wurzeln trägt — ohne irgendwelche öffentlichen Erklärungen zu deren Position bezüglich des Krieges?

Was der Preis sagt — und was nicht

Die offizielle Kommunikation rund um die Umbenennung konzentriert sich auf „langfristige Literaturförderung" und „Vertrauen in die Kraft des Erzählens". Kein Wort darüber, wie die Organisatoren diese Partnerschaft mit Reputationsrisiken im aktuellen geopolitischen Kontext bewerten.

Das bedeutet nicht unbedingt böse Absicht. Aber das Fehlen einer Erklärung in einer Situation, in der eine Erklärung offensichtlich notwendig ist — das ist auch eine Position.

Wenn der Booker Prize wirklich an Literatur als „Brücke zwischen Kulturen" glaubt, sollte man fragen: Welche Brücke wird gebaut, wenn eine Seite der Brücke ein Land ist, das Krieg gegen die Kultur seines Nachbarn führt, während die andere Seite dazu schweigt?

Weltnachrichten

Geschäft

Das Büro für Wirtschaftssicherheit hat Strafverfahren gegen fünf ukrainische Fluggesellschaften eingeleitet, nachdem es Leasingzahlungen für Luftfahrzeuge in „Lizenzgebühren" umklassifiziert hat. Dies widerspricht internationalen Konventionen und einer dreißigjährigen Praxis, könnte jedoch die Industrie zerstören, die während des Krieges Rekordzahlungen von 702 Millionen Hrywnja pro Jahr an den Haushalt leistet.

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