Saudi-Arabien hebt ab 1. Februar Beschränkungen für Ausländer auf – was sich in der globalen Kapitalverteilung ändert

Er‑Riad öffnet seinen Markt für alle Nichtansässigen als Reaktion auf Haushaltsdruck und den Rückgang der Öleinnahmen. Wir analysieren, wohin das Geld fließen wird und warum das für die Ukraine und weltweite Investoren wichtig ist.

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Was passiert ist

Am 6. Januar kündigte die Kommission für den Kapitalmarkt Saudi-Arabiens (Capital Market Authority) die Aufhebung spezieller Anforderungen und Beschränkungen für ausländische Investoren an. Früher war eine der wichtigsten Hürden die Forderung, über $500 Mio. zu verwaltende Vermögenswerte zu verfügen; künftig können Ausländer direkt Aktien am Primärmarkt Tadawul kaufen und verkaufen. Die Änderungen treten am 1. Februar 2026 in Kraft, die Behörden erwarten einen Anstieg der Liquidität und Zuflüsse von Kapital.

Kontext und Motive

Das ist kein zufälliger Schritt. Vor dem Hintergrund hoher Ausgaben und sinkender Öleinnahmen benötigt Riad externe Finanzierungsquellen — wie Bloomberg berichtet. Ende September wurde die Marktkapitalisierung des saudischen Marktes auf rund $2,3 Billionen geschätzt, ausländischer Besitz belief sich auf über 590 Mrd. SAR ($157,3 Mrd.), wobei etwa 88 % dieses Betrags im Leitindex konzentriert waren.

Ökonomie der Entscheidungen: Wer profitiert

Analysten sehen mehrere Einflusskanäle. Nach Berechnungen der britischen Jefferies könnten, wenn die Beschränkungen für ausländischen Besitz von derzeit 49 % auf 60–100 % angehoben werden, passive Zuflüsse von MSCI- und FTSE-Trackern zwischen $3,4 Mrd. und $10,2 Mrd. liegen. Zugleich verzeichnet die Börse Tadawul ein wachsendes Interesse an IPOs — im Dezember berichtete die Leitung von etwa 40 Anträgen auf Notierungen und rund 100 potenziellen Emittenten.

Auf lokaler Ebene bedeutet das mehr IPO-Anträge, steigende Liquidität und potenzielle Senkung der Kapitalkosten für saudische Unternehmen. Beispiele aus dem privaten Markt zeigen, dass einzelne Akteure bereits erhebliche Gewinne erzielen: Daten zufolge sind Anteile einiger privater Fonds 2025 deutlich gestiegen und weisen über mehrere Jahre hohe kumulierte Renditen auf.

"Es wird erwartet, dass die Änderungen die Anziehung zusätzlicher internationaler Investitionen fördern."

— Capital Market Authority (Erklärung vom 6. Januar 2026)

Was das für die Ukraine und die globalen Märkte bedeutet

Für globales Kapital ist das ein weiterer großer Liquiditätsbottich: Fonds und Indizes könnten die Gewichtungen in ihren Portfolios überdenken, und attraktive Sektoren — Energie, Finanzen, Infrastruktur — würden zusätzliche Mittel erhalten. Für die Ukraine ist das Signal zwiespältig.

Einerseits verschärft sich der Wettbewerb um Investoren: Ein Teil der passiven und aktiven Ströme wird nach Saudi-Arabien umgeleitet, besonders wenn dort die Qualität der Offenlegung und die Zahl der IPOs zunehmen. Andererseits könnten globale Fonds, die in die Region strömen, perspektivisch auch unsere Märkte ins Visier nehmen, sofern die Ukraine Makrostabilität und Investitionsreformen unterstützt. Einfach gesagt: Kapital wird beweglicher, und das heißt, es gilt nicht nur mit Argumenten zu konkurrieren, sondern auch mit Transparenz und der Qualität der Projekte.

Nun sind die Investoren am Zug: Die Entscheidung Saudi-Arabiens eröffnet zugleich Chancen und Risiken — alles hängt davon ab, wie Länder und Unternehmen das Potenzial in reale Geschäfte und Investitionen ummünzen.

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