Der Aufsichtsrat der Sense Bank hat nach dem Skandal um die sogenannten „Aufnahmen" eine interne Untersuchung abgeschlossen und offiziell erklärt: keine Verstöße gefunden. Gleichzeitig kündigte die Bank die Durchführung einer unabhängigen externen Prüfung an.
Die Sense Bank ist eine der größten staatlichen Banken der Ukraine, die nach der Verstaatlichung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit Mikhail Fridman unter staatliche Kontrolle kam. Auf ihren Konten werden Gelder von Hunderttausenden von Kunden und Haushaltseinnahmen gespeichert.
Das Problem mit internen Untersuchungen in Staatsstrukturen liegt nicht in böser Absicht, sondern in der Architektur der Überprüfung: Das prüfende Organ ist derselben Struktur untergeordnet, die es prüft. Die Feststellung „keine Verstöße" in diesem Format beantwortet keine Fragen — es multipliziert sie.
Der Skandal um die „Aufnahmen" betraf Aufzeichnungen, die angeblich innere Gespräche der Bankleitung belegen sollten. Die Details des Inhalts der Aufnahmen und ihre Authentizität sind öffentlich nicht verifiziert — dies ist ein separates Problem, das außerhalb der Aufmerksamkeit des Aufsichtsrats blieb.
Die externe Prüfung wird als nächster Schritt angekündigt. Jedoch sind weder die Zeitpläne für ihre Durchführung noch der Name der Revisionsgesellschaft noch die Liste der Fragen, die sie untersuchen wird, öffentlich bekannt gemacht worden. Ein Audit ohne klare Parameter ist technisch ein Audit — praktisch bleibt es jedoch ein Versprechen.
Für Kunden und Steuerzahler, die mittelbar Miteigentümer der Staatsbank sind, ist die Schlüsselfrage nicht, ob Verstöße gefunden werden — sondern ob sie Zugang zu den Schlussfolgerungen der externen Überprüfung haben und ob sie die Methodik anfechten können, sollte sich das Ergebnis erneut als „sauber" erweisen.