Was passiert ist
Laut Reuters werden die USA in den kommenden Wochen die erste Zahlung zur Tilgung ihrer aufgelaufenen Schulden bei den Vereinten Nationen leisten. Dies teilte dem Nachrichtenbüro der ständige Vertreter der USA bei den UN, Mike Woltz, mit.
„Sie werden sehr bald eine erste Tranche sehen. Es wird eine beträchtliche… Vorauszahlung auf unsere jährlichen Beiträge sein. Ich glaube nicht, dass der endgültige Betrag bereits feststeht, aber es wird innerhalb weniger Wochen geschehen.“
— Mike Woltz, ständiger Vertreter der USA bei den UN
Zahlen und Quellen
Nach Angaben der UN entfallen Anfang Februar über 95 % der Rückstände im regulären Haushalt auf die USA — rund $2,19 Mrd.. Zusätzlich haben die USA etwa $2,4 Mrd. für Friedensoperationen und $43,6 Mio. zur Finanzierung von Tribunalen auflaufen lassen. Für 2025 ist ein Rückstand von $827 Mio. beim regulären Beitrag und für 2026 von $767 Mio. verzeichnet.
Am 3. Februar unterzeichnete der US-Präsident ein Ausgabengesetz, das $3,1 Mrd. für die Zahlung der US-Beiträge an die UN und andere internationale Organisationen vorsieht — dies schafft die rechtliche Grundlage für eine teilweise Tilgung der Schulden.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Für die Ukraine hat eine stabile Finanzierung der UN mehrere Dimensionen: von der Unterstützung internationaler Mechanismen zur Rechenschaftspflicht bis zur Sicherstellung der Arbeit von Missionen, die Menschenrechtsverletzungen überwachen. Im Oktober 2025 berichtete Reuters von Kürzungen von Friedenskontingenten in mehreren Einsätzen wegen Geldmangels — ein direktes Beispiel dafür, wie Haushaltsprobleme der UN die Sicherheit beeinflussen.
Selbst eine teilweise Rückkehr der Zahlungen durch die USA verringert daher die Wahrscheinlichkeit weiterer Kürzungen und schafft mehr Spielraum für die Arbeit von Rechts- und humanitären Mechanismen, die auch für ukrainische Interessen auf internationaler Bühne wichtig sind.
Reformen als Bedingung für die Zahlung
Der US-Vertreter betonte, ein Teil der Mittel werde als „Anerkennung einiger Reformen, die wir bereits gesehen haben“ verstanden, und hob die Notwendigkeit hervor, Funktionalitäten zu bündeln und die Effizienz der UN-Bürokratie zu steigern. Dieser Rahmen ist ein klassisches Beispiel dafür, Geld mit Forderungen nach Veränderungen am System zu verknüpfen.
Gleichzeitig schlagen bei den UN Alarmglocken: Generalsekretär António Guterres warnte vor dem Risiko eines „unweigerlichen finanziellen Kollapses“, und der Leiter des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte bat um zusätzliche $400 Mio. für seine Arbeit.
„Die Organisation steht unter der Bedrohung eines unweigerlichen finanziellen Kollapses.“
— António Guterres, Generalsekretär der UN
Wie es weitergeht
Die erste Tranche der USA ist keine sofortige Lösung des Problems, aber ein wichtiger praktischer Schritt. Für die Ukraine und andere interessierte Staaten bedeutet das: größere Chancen, Schlüsseleinsätze aufrechtzuerhalten und Druck auf die UN in Bezug auf Transparenz und Effizienz auszuüben. Analysten und Diplomaten weisen darauf hin, dass die eigentliche Prüfung darin besteht, ob sich diese Erklärungen und Tranchen in eine nachhaltige Politik verwandeln oder nur temporäre Ressourcenbeschaffung unter politischem Druck bleiben.
Fazit
Die Zahlungen der USA verschaffen den UN kurzfristige Erleichterung und stärken die Argumente Washingtons für Reformen. Für die Ukraine ist dies ein Schritt hin zu einem vorhersehbareren internationalen Umfeld — vorausgesetzt, die Mittel werden von Verantwortlichkeit und echten Änderungen in der Arbeitsweise der Organisation begleitet. Der nächste Schritt liegt bei den Partnern und bei den Vereinten Nationen selbst: Werden diese Maßnahmen zu systemischen Veränderungen führen oder kehrt man zu vorübergehenden Lösungen zurück?
Quelle der wichtigsten Fakten: Reuters; offizielle Erklärungen des ständigen Vertreters der USA bei den UN und Unterlagen der Vereinten Nationen.