Angriffe auf die Energieinfrastruktur verursachten im Januar einen Rückgang des BIP um 1,4 % – was das für die Wirtschaft bedeutet

Geld liebt die Stille, aber diese Zahlen sollte man kennen: Die massiven Angriffe auf das Energiesystem im Januar 2026 haben die wirtschaftliche Aktivität eingeschränkt und den Druck auf Mikro- und Kleinunternehmen verstärkt. Wir analysieren, wer am meisten verlieren wird und welche Erholungsszenarien realistisch sind.

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Наслідки удару по фабриці Roshen у Києві 24 січня 2026 року (Фото: EPA / Maxym Marusenko)

Das Wichtigste

Das Institut für Wirtschaftsforschung und politische Beratung (IED) teilte am 18. Februar mit, dass das reale BIP der Ukraine im Januar 2026 voraussichtlich um 1,4% gegenüber Januar 2025 geschrumpft sei. Dies ist eine direkte Folge massiver Angriffe auf die Energieinfrastruktur und langanhaltender Stromausfälle, die Teile der Industrie- und Infrastrukturaktivitäten lahmgelegt haben.

„Nach unseren Schätzungen ist das reale BIP im Januar gegenüber dem Vorjahr um 1,4% gesunken. Die Schätzung könnte sich verbessern, falls die tatsächlichen Daten zeigen, dass die Wirtschaft widerstandsfähiger gegenüber dem Energiemangel war“

— Institut für Wirtschaftsforschung und politische Beratung (IED)

Wen es trifft und warum

Am stärksten betroffen sind große Städte, insbesondere Kiew: Strom- und Heizungsabschaltungen erschwerten die Arbeit von Büros, Geschäften und Dienstleistern. Mikro- und Kleinunternehmen erwiesen sich als besonders verwundbar – sie verfügen über weniger Reserven und eine geringere Fähigkeit, Ausfallzeiten zu überstehen (entgangene Einnahmen, Verderb von Waren, Einstellung von Dienstleistungen). Große Unternehmen haben mehr Ressourcen für Notstromversorgung und logistische Ausweichmanöver, sodass ihr Rückgang weniger spürbar war.

Kontext und Prognosen

Der Staatliche Statistikdienst (Derzhstat) verzeichnete, dass das reale BIP im IV. Quartal 2025 um 3,0% gestiegen ist, was nahe an der Einschätzung des IED von 3,3% liegt. Der Jahresbeginn unter dem Druck des Energiemangels hat jedoch die Dynamik gedämpft. Die Nationalbank der Ukraine (NBU) geht davon aus, dass eine Erholung möglich ist, wenn Ernteerträge steigen, in den Wiederaufbau der Infrastruktur und in Kapazitäten des Verteidigungssektors investiert wird; in einem solchen Szenario könnte das BIP-Wachstum 2026 moderat bei etwa 1,8% liegen und 2027–2028 bereits auf 3–4% ansteigen.

„Eine schrittweise Verbesserung der Lage im Energiesektor, der Wiederaufbau der Infrastruktur sowie eine Zunahme privater Investitionen können das Wirtschaftswachstum beschleunigen“

— Nationalbank der Ukraine (NBU)

Was das für Bürger und Unternehmen bedeutet

Kurz: Der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität im Januar bedeutet geringere Einnahmen für Teile der Wirtschaft und vorübergehenden Druck auf die Beschäftigung in den betroffenen Sektoren. Für den Geldbeutel der Ukrainerinnen und Ukrainer zeigt sich das meist in Form einer verringerten Verfügbarkeit von Dienstleistungen, möglichen Ausfällen im Dienstleistungsbereich und Verzögerungen bei Warenlieferungen.

Fazit

Der Rückgang um 1,4% ist ein Signal, kein Urteil. Er zeigt die Verwundbarkeit der Wirtschaft gegenüber Angriffen auf die Energieinfrastruktur und unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellen Wiederaufbaus, der Modernisierung des Energiesystems und eines Zustroms von Investitionen. Wenn die Partner die finanzielle und technische Unterstützung verstärken und die staatliche Politik die rasche Wiederherstellung von Netzen und Unternehmen fördert, ist eine moderate Erholung bereits 2026 ein realistisches Szenario. Doch die Frage bleibt offen: Werden die Ressourcen und die Koordination ausreichen, um den akuten Rückgang in den Beginn eines stabilen Wachstums zu verwandeln?

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