Heraskevych will die Disqualifikation wegen des „Helms der Erinnerung“ anfechten: Welche juristischen und symbolischen Folgen für die Ukraine

Vladyslav Heraskevych nimmt die Entscheidung des IOC nicht hin und bereitet sich auf ein Gerichtsverfahren vor — der Fall geht über den Einzelsport hinaus und könnte zum Präzedenzfall für den Schutz des Andenkens und der Rechte ukrainischer Athleten werden. Wir erläutern, welche Schritte möglich sind und was den Ausgang tatsächlich beeinflusst.

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Zum Sachverhalt

Im Zentrum des Konflikts steht die Disqualifikation des ukrainischen Skeletonfahrers Владислава Гераскевича wegen der Verwendung eines sogenannten «Gedenkhelms», den der Athlet de facto während des Rennens bei den Olympischen Spielen 2026 nicht genutzt hat. Media Center Ukraine berichtet in einem Beitrag von УНН über die Absicht, die Entscheidung anzufechten.

Die erste Instanz — die Klage beim Schiedsgericht für den Sport (CAS) — wurde abgewiesen. Nach internationalen Regeln hat die Ukraine das Recht, innerhalb von 30 Tagen eine rechtliche Stellungnahme einzureichen; danach ist gegebenenfalls ein Berufungsverfahren vor der Schweizer Gerichtsbarkeit möglich.

"Auch wenn das IOC sie verraten hat, werde ich sie nicht verraten. Wir werden unseren Kampf fortsetzen. Ich bin überzeugt, dass diese Athleten das Recht haben, an diesen Wettkämpfen teilzunehmen."

— Владислав Гераскевич, Skeletonfahrer

Rechtliche Wege und Argumente

Nach Angaben des Sportrechtlers Євгена Проніна ist das Team bereit, bei Bedarf in die nächsten Instanzen zu gehen — bis hin zum Bundesgericht der Schweiz. Wie Pronin erklärt, ist die entscheidende Frage, ob Verfahren verletzt wurden und ob nachgewiesen werden kann, dass der «Gedenkhelm» keinen sportlichen Vorteil verschaffte.

"Wir haben ein Team europäischer Juristen, die bereit sind zu helfen. Um Interessen in der Schweizer Gerichtsbarkeit zu vertreten, brauchen wir Fachleute mit der entsprechenden Qualifikation."

— Євген Пронін, Sportrechtler, ehemaliger amtierender Präsident der Ukrainischen Leichtathletik-Föderation

Pronin betont außerdem, dass externe Hilfe manchmal mehr ablenkt als nützt — daher sei eine koordinierte, professionelle Rechtsstrategie von entscheidender Bedeutung.

Informationsrisiken und interne Missverständnisse

Im Team von Heraskevych wurde angemerkt, dass sie von angeblichen Absichten anderer ukrainischer Amtsträger, sich dem Verteidigungsteam anzuschließen, aus den sozialen Medien erfahren hätten. Der Athlet selbst rief dazu auf, unbestätigten Meldungen nicht zu vertrauen.

"Von den Rechtsangelegenheiten habe ich erst aus den sozialen Medien erfahren. An allen Dokumenten haben wir mit Herrn Jewhen und ausländischen Anwälten gearbeitet. Nicht alles, was im Internet steht, ist wahr."

— Владислав Гераскевич, Skeletonfahrer

Weitere Kontext: Erinnerung, Präzedenzfall, Unterstützung

Die eigentliche Frage des «Gedenkhelms» hat auch eine symbolische Dimension: Es geht nicht nur um ein Ausrüstungsstück, sondern um das Recht des Athleten, Erinnerung und Identität auszudrücken, ohne das Risiko einer Disqualifikation. Fachkreise und juristische Teams betonen, dass ein Präzedenzfall künftige IOC-Entscheidungen und die Praxis der Behandlung ähnlicher Fälle beeinflussen könnte.

Wie geht es weiter und welche Ergebnisse sind zu erwarten

Die Realität ist einfach: Das Ergebnis wird von zwei Faktoren abhängen — der Qualität der juristischen Argumente und der Fähigkeit, internationale Aufmerksamkeit auf die rechtlichen statt auf die emotionalen Aspekte des Falls zu lenken. Die nächsten Schritte sind die Sammlung von Beweismaterial, die fristgerechte Einlegung einer Berufung und gegebenenfalls der Gang vor eine Schweizer Instanz.

Offen bleibt die Frage: Gelingt es, den individuellen Streit in einen Präzedenzfall zu verwandeln, der nicht nur einen Sportler, sondern auch das Recht der ukrainischen Gemeinschaft auf Erinnerung im internationalen Sport schützt?

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