Die Nationalbank der Ukraine hat Ukrposhta mit einer weiteren Geldbuße belegt. Dies ist bereits die zweite Sanktion seit Frühjahr 2024 — das heißt, die Verstöße wiederholen sich trotz der vorherigen Bestrafung.
Die NBU führt regelmäßig Kontrollen bei Finanzagenten durch, zu denen auch der staatliche Postbetreiber gehört: Ukrposhta führt Geldtransfers durch, zahlt Renten und Sozialleistungen an Millionen von Ukrainern aus, hauptsächlich in kleinen Städten und Dörfern, in denen die Bankinfrastruktur fehlt oder durch den Krieg zerstört wurde. Deshalb ist die Einhaltung der Finanzgesetze hier keine Formalität.
Die Details des konkreten Verstoßes hat die NBU nicht vollständig öffentlich gemacht, was an sich ein Problem darstellt: Ein Unternehmen mit staatlicher Beteiligung, das vulnerable Bevölkerungsschichten bedient, erhält eine Geldbuße ohne öffentliche Erklärung des genauen Grundes.
Zwei Bußgelder in wenigen Monaten sind kein einmaliger Fehler mehr, sondern ein Indikator dafür, dass die interne Compliance bei Ukrposhta entweder nicht funktioniert oder ignoriert wird. Gleichzeitig zahlt der Haushalt — also derselbe Steuerzahler, den der Betreiber ordnungsgemäß bedienen sollte — für die Finanzsanktionen gegen das staatliche Unternehmen.
Es geht nicht um die Höhe der Geldbuße. Es geht darum, ob sich etwas in der Arbeit des Betreibers nach der zweiten Bestrafung ändert — oder ob die nächste NBU-Kontrolle wieder dasselbe feststellen wird.