Großbritannien plant eine souveräne Alternative zu Visa und Mastercard — ein Schritt zur finanziellen Stabilität

Britische Banken bereiten die Einführung von DeliveryCo vor, um die Funktionsfähigkeit von Karten im Falle einer Abschaltung amerikanischer Netzwerke zu garantieren. Wir erklären, warum das für Unternehmen, Zahler und Verbündete — von London bis in die Ukraine — wichtig ist.

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Фото: depositphotos.com (ілюстративне)

Was passiert ist

Leitende Vertreter britischer Banken diskutieren die Einrichtung eines souveränen Zahlungssystems — DeliveryCo — das den reibungslosen Betrieb von Karten gewährleisten soll, falls die Netzwerke von Visa und Mastercard ausfallen. Über die Initiative berichtet The Guardian.

Warum das wichtig ist

Heute laufen etwa 95% der Kartentransaktionen in Großbritannien über Visa und Mastercard. Es geht dabei nicht nur um Wettbewerb: es betrifft die operationelle Widerstandsfähigkeit der nationalen Wirtschaft. Der Verlust des Zugangs zu diesen Netzwerken aufgrund politischer oder technischer Faktoren könnte den Einzelhandel und die Logistik lahmlegen.

Wie es funktionieren wird

Das Treffen findet am 19. Februar unter der Leitung von Wim Maru, dem Chief Executive von Barclays in Großbritannien, statt. Eine Gruppe finanzieller Sponsoren soll eine Rechtsstruktur, Governance-Pläne und Finanzierungsmodelle für DeliveryCo erarbeiten. Die Bank of England bereitet parallel Infrastrukturprojekte vor, die im nächsten Jahr an diese Gruppe übergeben werden sollen.

Politischer und regulatorischer Kontext

Die Initiative wurde lange diskutiert, aber jüngste politische Signale haben das Gefühl eines übermäßigen Abhängigkeitsrisikos von US-Anbietern verstärkt. Diese Auffassung findet auch in anderen Hauptstädten Unterstützung: die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, und die Leitung der Europäischen Zahlungsinitiative (EPI) haben die Notwendigkeit betont, diese Abhängigkeit zu verringern.

"Wenn Mastercard und Visa abgeschaltet würden, würde uns das in die 1950er Jahre zurückversetzen. Natürlich brauchen wir ein souveränes Zahlungssystem."

— Ein Gesprächspartner, mit dem das Projekt vertraut ist (The Guardian)

Was das praktisch bedeutet

Für Unternehmen und Verbraucher — mehr Optionen und ein geringeres Risiko von Störungen bei alltäglichen Zahlungen. Für die Regulierungsbehörden — die Aufgabe, eine kompatible technische Architektur und ein klares Finanzierungsmodell zu schaffen. Für internationale Partner, einschließlich der Ukraine, ist das britische Beispiel wichtig: robuste Zahlungskanäle sind ein Element wirtschaftlicher Sicherheit in Krisen und bei Sanktionen.

Fazit

Die Initiative richtet sich weniger gegen bestimmte Unternehmen als vielmehr auf die pragmatische Vorbereitung auf geopolitische Unsicherheit. Der nächste Schritt besteht darin, die Diskussion in konkrete Entscheidungen zu überführen: rechtliche Grundlage, technische Umsetzung und Finanzierungsquellen. Fraglich bleibt, wie schnell dies geschehen wird und wer das finanzielle Risiko übernimmt.

Weltnachrichten

Politik

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