IPC erlaubt Russen und Belarussen, bei den Paralympics 2026 unter ihren Nationalflaggen anzutreten — was bedeutet das für die Ukraine?

Laut Sky News hat das Internationale Paralympische Komitee Russland sechs und Belarus vier Quoten für die Paralympics in Mailand–Cortina zugeteilt. Die Entscheidung wirft Fragen nach den Grenzen der sportlichen Legitimierung eines Aggressorstaates sowie nach den nächsten diplomatischen Schritten der Ukraine auf.

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Entscheidung des IPC: Fakten in einem Absatz

Laut Sky News hat das Internationale Paralympische Komitee (IPC) sechs Sportlern aus Russland und vier aus Belarus erlaubt, bei den Paralympics 2026 in Mailand‑Cortina unter ihren Nationalflaggen anzutreten. Die Rückkehr der Flaggen erfolgt nach mehr als dreijährigem Verbot, das nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 verhängt worden war.

Quoten nach Disziplinen

  • Russland — 6 Plätze: 2 im paralympischen Alpinski (1 Mann, 1 Frau), 2 im Langlauf (1 Mann, 1 Frau), 2 im paralympischen Snowboard (beide männlich).
  • Belarus — 4 Plätze: alle im Langlauf (1 Mann, 3 Frauen).

Das russische Paralympische Komitee erwähnt bereits den dreifachen Goldmedaillengewinner im Alpinski Alexey Bugaev unter den potenziellen Teilnehmern.

„Mit den Athletinnen und Athleten werde genauso verfahren wie mit Sportlern aus jedem anderen Land“

— Internationales Paralympisches Komitee (IPC)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Die Entscheidung des IPC hat nicht nur eine sportliche, sondern auch eine politische Dimension. Die Rückkehr der Nationalflaggen für Vertreter des Aggressorstaats hebt einen Teil der symbolischen Isolation auf — und diese Symbolik wird in der Propaganda verwendet werden. Gleichzeitig schafft sie einen Präzedenzfall für andere internationale Organisationen, die das Gleichgewicht zwischen Inklusivität im Sport und der Verantwortung für Verstöße gegen internationales Recht abwägen.

Experten für Völkerrecht und Sportdiplomatie weisen darauf hin: Wenn die Rückkehr der Athletinnen und Athleten nicht von klaren Transparenzgarantien und einem Verzicht auf staatliche Nutzung des Sports zu politischen Zwecken begleitet wird, wird die Entscheidung eher symbolische als ethische Wirkung haben. Sky News und das IPC sind autoritative Quellen, doch wichtig ist die Reaktion nationaler Komitees, Sponsoren und Partnerstaaten.

Was die Ukraine tun kann

Die Ukraine verfügt über mehrere Reaktionsinstrumente: diplomatische Noten, öffentliche Erklärungen in internationalen Foren, Zusammenarbeit mit Verbänden und Sponsoren sowie Forderungen an das IPC nach transparenten Auswahlkriterien und unabhängiger Kontrolle. Es ist keine Frage der Emotionen — es geht um eine systematische Antwort auf eine Normalisierung, die den Sanktions- und moralischen Druck auf den Aggressor abschwächen könnte.

Nun sind die Partner am Zug: Werden sie diese Quoten zu einem Anreiz für besseren Kontrollmechanismen und bedingte Reintegration machen, oder wird die Entscheidung des IPC zu einem weiteren Element der informationellen Legitimierung? Die Antwort hängt davon ab, wie schnell und wie entschieden internationale Institutionen und Staaten reagieren.

„Das ist nicht das Ende der Isolation, aber ein Test für Mechanismen, die die Integrität des Sports vor politischer Manipulation schützen sollen“

— ein Experte für internationales Sportrecht (Analystenkommentar)

Weltnachrichten

Politik

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