VAKS ordnete gegen Herman Halushchenko eine Sicherungsmaßnahme an — 60 Tage Untersuchungshaft oder 200 Mio. Hrywnja Kaution. Was bedeutet das für die Energiebranche?

Der Höhere Antikorruptionsgerichtshof hat eine Entscheidung gegen den ehemaligen Energieminister gefällt: Untersuchungshaft mit der Alternative einer Kaution in Höhe von 200 Mio. Hrywnja. Das ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit — ein Signal an den Sektor, die Investoren und das Justizsystem.

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Герман Галущенко (Фото: Міністерство енергетики)

Gerichtsentscheidung

Am 17. Februar wählte das Oberste Antikorruptionsgericht (VAKS) eine Sicherungsmaßnahme gegen den ehemaligen Energieminister Герман Галущенко. Das Gericht verfügte 60 Tage Untersuchungshaft mit der Alternative — Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 200 млн грн. Diese Entscheidung wurde während der Übertragung der Gerichtsverhandlung verkündet.

„Ich würde 20 oder 30 Mio. грн für die Kaution auftreiben“

— Герман Галущенко, ehemaliger Energieminister

Was die Staatsanwaltschaft gefordert hatte

Die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) beantragte Haft mit der Möglichkeit einer Kaution in Höhe von 426 млн грн. Die Differenz zwischen dem vom Staatsanwalt geforderten Betrag und dem vom Gericht festgelegten spiegelt die Risikobewertung und die Beweislage in diesem Stadium des Verfahrens wider.

Kurzchronologie des Falls

Nach Angaben der Gerichtsübertragung und Mitteilungen der Strafverfolgungsbehörden: Am 10. November 2025 führte das NABU umfangreiche Durchsuchungen im Rahmen einer Untersuchung von Korruption im Energiesektor durch. Am 19. November 2025 setzte das Parlament Галущенко im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal seines Amtes ab; zuvor hatte er das Amt des Energieministers von 2021 bis Juli 2025 inne. Am 15. Februar 2026 wurde der Ex-Minister bei dem Versuch festgenommen, die Grenze zu überschreiten, und am folgenden Tag erhielt er die Beschuldigung der Geldwäsche und der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung.

Warum das wichtig ist

Erstens geht es nicht nur um persönliche Verantwortung — es betrifft das Vertrauen in einen Sektor, der für die Wirtschaft und die Sicherheit des Landes von entscheidender Bedeutung ist. Zweitens signalisieren hohe Kautionssummen und die strafrechtliche Verfolgung internationalen Partnern und Investoren, wie effektiv die Antikorruptionsinfrastruktur in der Ukraine arbeitet.

Drittens ist dies für Ermittler und das Justizsystem ein Prüfstein für Konsequenz: Werden Ermittlungen und Gerichte in der Lage sein, komplexe Finanzdelikte bis zu einem Urteil zu verfolgen, ohne dabei Tempo und Beweisgrundlage zu verlieren?

Was als Nächstes zu erwarten ist

Die Verteidigung hat bereits angekündigt, die Entscheidung anfechten zu wollen, und plädierte für eine nicht freiheitsentziehende Maßnahme. Es gibt mehrere wahrscheinliche Szenarien: Berufung, Versuche, die Kaution zu stellen, oder weitere prozessuale Schritte der Ermittler — zusätzliche Durchsuchungen und die Anforderung von Dokumenten. Für die Öffentlichkeit und den Markt ist es wichtig, nicht nur auf die emotionale Komponente zu achten, sondern auf Beweise, Fristen und die Argumente der Parteien.

Fazit

Dieser Fall ist mehr als ein Strafverfahren gegen eine einzelne Person. Er testet die Fähigkeit des Staates, Verantwortung in einem kritischen Sektor durchzusetzen und die Interessen der Gesellschaft während und nach dem Krieg zu schützen. Ob die Bekenntnisse zum Kampf gegen Korruption in konkrete Entscheidungen münden — das ist eine Frage, auf die die Ukrainer und internationale Partner warten werden.

Weltnachrichten

Politik

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