Kurz
Am 29. Dezember beschloss das Ministerkabinett die Verschiebung der Pflicht zur Nutzung von RRO/PRRO (Registrierkassen/Software‑Registrierkassen) für Einzelunternehmer, die der Einheitssteuer Gruppe 1 unterliegen, für Händler über Automaten, für den mobilen Verkauf und für jene, die selbst angebaute Produkte verkaufen. Diese Regelung hätte gemäß dem Beschluss des Ministerkabinetts Nr. 894 vom 29. Juli 2022 ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten sollen, wurde aber bis zum Ende des Kriegsrechts verschoben.
„Der Staat hat drei Jahre Zeit für die Vorbereitung auf diese Entscheidung gegeben, aber wir hören, dass ein Teil der Unternehmer trotzdem nicht bereit ist, insbesondere wegen der Kosten der Terminals“
— Oleksij Sobolev, Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft (Interview LIGA.net)
Warum die Entscheidung getroffen wurde
Der Grund ist nicht Bürokratie, sondern Wirtschaft und Sicherheit. Unternehmer mit minimalen Geschäftsvolumina spüren den Druck durch den Krieg bereits: Logistik ist teurer, die Einnahmen sind instabil, und die Kosten für POS‑Terminals sowie deren Wartung erzeugen zusätzliche finanzielle Belastungen. Auf diese Argumente verwies der Minister im Gespräch mit Journalisten.
„Die Verschiebung wird insbesondere Unternehmern mit minimalen Geschäftsvolumina helfen ... zusätzliche finanzielle und administrative Belastungen während der Dauer des Kriegsrechts zu vermeiden“
— Oleksij Sobolev, Minister für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft (Interview LIGA.net)
Was das praktisch bedeutet
Es ist nicht nötig, sofort ein POS‑Terminal zu kaufen. Das Gesetz schreibt nicht zwingend die Installation eines POS vor: Ein Einzelunternehmer kann bargeldlose Zahlungen über Zahlungs‑Apps, Überweisungen auf das IBAN‑Unternehmerkonto oder QR‑Codes (über die Bank oder eigenständig) akzeptieren. Die Hauptanforderung ist, ein offenes Unternehmerkonto zu haben und Zahlungen darauf zu empfangen; Anleitungen zur QR‑Zahlung sind auf der Website der Nationalbank verfügbar.
Für wen das wichtig ist
Diese Entscheidung ist eine Atempause für die kleinsten Betriebe, die allein arbeiten und kein Recht zur Einstellung von Personal haben. Die Verschiebung löst jedoch nicht das systemische Problem der digitalen Infrastruktur und des Zugangs zu kostengünstigen Zahlungsinstrumenten, das die digitale Transformation kleiner Unternehmen nach dem Krieg bremsen könnte.
Was Einzelunternehmer und Kunden jetzt tun sollten
Einzelunternehmer: prüfen Sie, ob Sie ein offenes Konto für Zahlungseingänge haben; informieren Sie sich über QR‑Optionen Ihrer Bank; vergleichen Sie die Angebote der Banken für kostenlose oder preiswerte Möglichkeiten zur Annahme von Zahlungen. Kunden: nutzen Sie bargeldlose Zahlungsmethoden dort, wo es bequem ist — das vereinfacht die Buchführung und schützt den Zahlenden besser.
Folgen und Risiken
Die Verschiebung entlastet aktuell, lässt aber Fragen offen: Wird der Staat die Erschwinglichkeit von Zahlungslösungen in den Regionen unterstützen, wird es Zuschüsse für Ausrüstung geben, und wie wird sich die Kontrolle der Schattenwirtschaft nach dem Ende des Kriegsrechts verändern. Analysten und Wirtschaftsvertreter heben die Notwendigkeit eines öffentlich‑privaten Dialogs hervor, um einfache und günstige Mechanismen zur Zahlungsannahme zu schaffen.
Fazit
Die Verschiebung ist ein pragmatischer Schritt in Kriegszeiten, der die verletzlichsten Unternehmer schützt. Gleichzeitig unterstreicht sie: Digitale Zugänglichkeit von Zahlungen ist nicht nur eine Frage der Regulierung, sondern eine Investition in Infrastruktur. Ob der Staat die Verschiebung in einen Unterstützungs‑ und Zugangsplan für elektronische Zahlungsdienste verwandelt — davon wird abhängen, wie schnell sich kleine Unternehmen nach dem Krieg anpassen.