EZB stoppt Revolut-Produktstart in Europa – während sich das Unternehmen auf einen Aktienverkauf im Wert von 75 Milliarden Dollar vorbereitet

# German Translation Die Aufsichtsbehörde stoppte im Juli 2025 das Pipeline-System für neue Dienstleistungen der Neobank, da die internen Risikokontrollprozesse nicht mit dem Wachstumstempo Schritt hielten. Die Beschränkungen betreffen auch die litauische Struktur – Revoluts einzigen Zugang zu 27 Ländern des EWR.

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Фото: Revolut / Facebook

45 Millionen Kunden in Europa, eine Bewertung von 75 Milliarden Dollar, Rekordgewinn von 2,3 Milliarden Dollar im Jahr 2025 — und gleichzeitig ein Verbot des wichtigsten Bankregulators der Europäischen Union für den Start von etwas Neuem. Über die temporären Beschränkungen für die Revolut Bank UAB berichtete zuerst die Zeitung Financial Times.

Was genau wurde verboten

Im Juli 2025 teilte die Europäische Zentralbank dem Direktorium der europäischen Abteilung von Revolut ein Paket von Beschränkungen mit. Die litauische Bankfiliale des Unternehmens — Revolut Bank UAB, die 2018 eine Lizenz von der Bank of Lithuania erhielt und der einzige legale Kanal für die Geschäftstätigkeit im EWR ist — verlor vorübergehend das Recht, neue Finanzprodukte auf den Markt zu bringen. Die Pause wurde bis zur Beseitigung von „Mängeln" in den Risikomanagement-, Compliance- und Rechtssystemen eingeführt.

Neben dem Verbot für neue Produkte verpflichtete die EZB das Unternehmen, ein unabhängiges Audit der Produktgenehmigungsprozesse durchzuführen und auch die Ausstattung und Kompetenz der zuständigen Abteilungen zu überprüfen. Laut Quellen der FT beunruhigte den Regulator, dass Mitarbeiter bei Revolut ermutigt wurden, Lösungen so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen — ohne ausreichende Risikokontrolle.

„Selbstgesteuerte Raketen" — genau so beschrieben EZB-Mitarbeiter nach Angaben der FT informell den Produktentwicklungsansatz von Revolut.

Financial Times, unter Berufung auf informierte Quellen

Nicht das erste Warnsignal

Dies ist nicht die erste Warnung aus Frankfurt. Bereits im Juli 2024 registrierte die EZB „Mängel" in den Systemen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und in der Unternehmensführung im europäischen Büro von Revolut. Die Reaktion des Unternehmens erwies sich damals als unzureichend — deshalb kam es 2025 bereits zu konkreten Beschränkungen statt nur Empfehlungen.

Die Chronologie ist aussagekräftig: Die Beschränkungen wurden im Juli 2025 angekündigt, und im November desselben Jahres schloss Revolut einen Sekundärverkauf von Anteilen ab, der das Unternehmen mit 75 Milliarden Dollar bewertete. Unter den neuen Investoren sind Andreessen Horowitz, Coatue, Dragoneer und der Venture-Arm von Nvidia. Das heißt, regulatorischer Druck und Rekordbewertung existierten gleichzeitig.

Was wurde dagegen unternommen

Eine dem Unternehmen nahestehende Quelle teilte der FT mit, dass Revolut nach dem vergangenen Sommer seine internen Verfahren für die Markteinführung von Produkten verstärkt hat: Nun durchlaufen neue Initiativen eine erweiterte Überprüfung durch Fachleute. Trotz der Beschränkungen startete das Unternehmen in dieser Zeit Hypotheken und Konten für Jugendliche in mehreren europäischen Ländern und eröffnete seine erste physische Filiale in Barcelona. Der FT gelang es nicht festzustellen, ob alle Beschränkungen bis heute aufgehoben wurden.

Für ukrainische Nutzer hat diese Situation einen unmittelbaren Kontext: Im April 2025 stoppte Revolut die Registrierung neuer Kunden aus der Ukraine und kündigte später einen vollständigen Rückzug vom Markt an — aufgrund fehlender lokaler Lizenzen und Währungsbeschränkungen der Nationalbank der Ukraine. Das heißt, gleichzeitig verlor das Unternehmen auf einem Markt an Positionen und geriet auf einem anderen unter Druck von Regulatoren.

Strukturelles Problem, nicht nur ein einmaliger Fehler

Nach Aussagen von Analysten von FinTech Weekly befinden sich Produkte, auf die Revolut abzielt — Hypotheken, Verbraucherkredite, Geschäftsdarlehen — „im Zentrum der Einnahmemodelle traditioneller Banken und erfordern regulatorische Genehmigung und ein zuverlässiges Risikomanagement-System". Das ist also nicht eine Frage der Geschwindigkeit, sondern der Infrastruktur des Vertrauens.

Ein charakteristisches Detail aus dem Finanzbericht: 2025 verdoppelte Revolut das Kreditportfoliovolumen auf etwa 2,2 Milliarden Pfund. Gleichzeitig gab CFO Viktor Stinga öffentlich zu, dass das Hypothekengeschäft des Unternehmens „noch in der Anfangsphase" ist, und die Expansion auf andere Märkte „eine Frage von nicht Monaten" ist.

Sollte die von der EZB angeordnete unabhängige Prüfung systemische Lücken statt nur oberflächlicher Fehler aufdecken — könnte der nächste Schritt des Regulators keine temporäre Pause sein, sondern Anforderungen zur Kapitalerhöhung oder persönliche Haftung des Managements der litauischen Struktur. Genau das wird darüber entscheiden, ob die aktuelle „Pause" ein Zwischenfall im Wachstum ist oder das erste Kapitel einer komplizierteren Geschichte.

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