Die Bank of England veröffentlichte am 3. Juni 2026 eine Shortlist mit 18 Tieren, die auf Banknoten die Porträts bedeutender Briten ersetzen könnten – eine Tradition, die über 50 Jahre andauerte. Ein Expertengremium für Wildnis arbeitete an der Liste, und vier Nennwerte – £5, £10, £20 und £50 – werden jeweils ein anderes Tier als zentrales Motiv erhalten.
Die Entscheidung, sich dem Naturthema zuzuwenden, wurde nach einer öffentlichen Umfrage im Jahr 2025 getroffen: Natur erhielt den höchsten Anteil an Nominierungen und die größte Unterstützung in Fokusgruppen. Konkret wählten 60% von über 44.000 Teilnehmern Natur als vorrangiges Thema.
Liste und Auswahllogik
Die 18 Kandidaten sind in drei Kategorien unterteilt: Säugetiere, Vögel sowie Amphibien, Insekten und Fische. Darunter sind Igel, Fuchs, Teichfrosch, Eisvogel, Hummelbiene, Atlantischer Papageitaucher, Mosaikjungfer und Lachs.
Aber die Wahl der Tiere ist nicht nur eine Frage der Vorliebe. Die Abbildungen von Tieren sollen mit Technologien zur Fälschungsbekämpfung integriert werden: Nach Aussage der Bank eignen sich Tiere besonders gut dafür – ihre Formen und Bewegungen ermöglichen es, erkennbare Sicherheitselemente einzubauen. Der Wert des im Umlauf befindlichen Bargelds wächst weiter und erreichte Ende Februar 2026 £91,5 Milliarden.
Wer es nicht geschafft hat – und warum dies strittig ist
Die RSPCA macht ihre Enttäuschung nicht hehl. Die Organisation veröffentlichte mit Zustimmung der Bank of England Beispiele dafür, wie Banknoten mit weniger „präsentablen" Tieren aussehen könnten: Möwen, Ratten, Tauben und Dachse.
„Es ist großartig, dass die Bank of England eine vielfältige Shortlist zusammengestellt hat – von Igeln bis Füchsen, von Fröschen bis Eisvögeln. Aber wir würden gerne mehr ‚Außenseiter' unter den Tieren sehen"
Dr. Ross Clubb, Leiter der Abteilung für Wildtiere der RSPCA
Dachse, Möwen, Ratten und Tauben schafften es nicht auf die Liste – obwohl sie ein integraler Bestandteil der britischen Wildnis sind und neben Millionen von Menschen leben.
Der Monarch bleibt – wird aber zum Hintergrund
Das neue Design wird das Porträt des Monarchen auf den Banknoten beibehalten, und die Repräsentation der vier Länder – England, Schottland, Wales und Nordirland – wird ein wichtiges Gestaltungselement. Die Größe der Banknoten und das allgemeine Farbschema werden sich nicht ändern.
Bis zum vollständigen Start der neuen Serie vergehen noch mehrere Jahre: Gestaltung, Tests und Druck sind ein detaillierter mehrjähriger Prozess. Die öffentliche Abstimmung läuft bis zum 3. Juli 2026.
Die praktische Frage hier lautet nicht „welches Tier ist schöner", sondern eine andere: Wenn die Wahl der Symbole auf Zahlungsmitteln tatsächlich die Einstellung zur Natur formt – wie die RSPCA unter Berufung auf eigene Forschung behauptet – wird dann das neue Design nur eine Aktualisierung der Fälschungsbekämpfung sein, oder wird es wirklich etwas an der öffentlichen Wahrnehmung der Wildnis verändern? Die Antwort wird deutlich, wenn die Bank die endgültige Wahl bekannt gibt.