Aus Irpin – über Frankreich – an die Front: Wie drei Organisationen ein Paket zusammenstellten

Medikamente, die von Freiwilligen in Frankreich gesammelt wurden, Tarnnetze von Frauen aus vertriebenen Gemeinden und Süßigkeiten für Militärmediziner – die „Stiftung für gute Taten" zeigt, wie die Freiwilligenlogistik unter Bedingungen eines großangelegten Krieges aussieht.

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Ein versendetes Paket kann drei Herkunftsländer und fünf beteiligte Organisationen haben. Genau so sieht der nächste Transport der Irpener NGO „Stiftung für gute Taten" aus – und das ist kein Ausnahmefal, sondern ein Arbeitsschema des dritten Kriegsjahres.

Route: Frankreich → Irpen → Frontlinie

Einen Teil der Medikamente für den Versand sammelten Freiwillige in Frankreich. Die NGO „Vozljubi" brachte sie in die Ukraine – und von hier aus übergab die „Stiftung" die Medikamente weiter an die Stellungen. Dies ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich ein internationales Freiwilligennetzwerk über einen lokalen Hub schließt: eine Organisation sammelt, eine andere transportiert, eine dritte verteilt.

Wer sonst noch in der Kette

Tarnnetze wurden von Frauen-Binnenvertriebenen aus der Freiwilligenvereinigung „Aufrichtige" geflochten – und auch diese wurden in die Sendung aufgenommen. Das ist nicht einfach nur „Unterstützung für die Front": Vertriebene, die ihre Häuser durch Besatzung oder Evakuierung verloren haben, stellen Schutzmittel für diejenigen her, die das weitere Vorrücken aufhalten. Ein geschlossener Kreis gegenseitiger Unterstützung, der ohne staatliche Finanzierung funktioniert.

Separat wurden Pakete mit Leckereien und Hygieneartikeln für Soldaten, die Befestigungen errichten, und Süßigkeiten für Sanitäter in den Feldlazaretten versendet – als materiales Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Menschen, deren Arbeit selten in die Schlagzeilen kommt.

Logistik ohne Budget

Einen Teil der Versendungen konnte durch das Programm „Humanitäre Neue Post" durchgeführt werden – das bedeutet Lieferung ohne zusätzliche Kosten für die Organisation. Nach Aussage der Leiterin der „Stiftung", Nadija Filimonowa-Skrypka, traten der Initiative auch die NGOs „Hauch der Freiheit" und „Einheit der Welt" bei.

Die „Stiftung für gute Taten" hat ihren Sitz in Irpen – einer Stadt, die gerade die Besatzung zu Beginn der großflächigen Invasion durchlebt hat. Freiwilligenaktivitäten dort haben einen konkreten persönlichen Kontext.

Opendatabot, Registrierungsdaten der Organisation

Was das im großen Maßstab bedeutet

Solche Netzwerke sind keine Ausnahme: Nach Angaben von Freiwilligeninitiativen in der ganzen Ukraine wurden 2025 nur hunderte Kilometer und Tausende Einheiten von Tarnnetzen an die Front geschickt. Die Irpener „Stiftung" ist eine von Hunderten von Organisationen, die diese parallele Logistik neben der staatlichen unterstützen.

Die offene Frage bleibt: Reicht das Freiwilligennetzwerk aus, um das Defizit in der staatlichen Versorgung an den Stellen auszugleichen, wo Befestigungen errichtet werden – und wann wird diese Funktion endlich systematisch, anstatt davon abzuhängen, ob sich in Paris ein Freiwilliger mit einer überzähligen Schachtel Verbandsmaterial findet?

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