Am Abend des 29. Juni wurde Kiew von einem Unwetter in drei Phasen heimgesucht: Zunächst frischte der Wind stark auf und wirbelte eine Staubwalze auf, dann folgte ein Wolkenbruch mit Gewitter. Dies alles nach mehreren Tagen mit 30 Grad Celsius Hitze, die das Stromnetz bereits vor dem ersten Regentropfen überbelastet hatten.
Was auf den Straßen registriert wurde
Böige Windstöße ließen Bäume in verschiedenen Stadtteilen umstürzen – einige fielen auf geparkte Autos. Auf der Stepan-Bandera-Straße stürzte ein Werbeplakat um. Zudem wurden abgerissene Dächer und umgestürzte Strommasten registriert.
Der Wolkenbruch führte zu Überflutungen einzelner Straßen und Höfe. Nach Aussagen von Augenzeugen floss Regenwasser direkt in einen U-Bahn-Wagen. Einige Bewohner suchten in U-Bahn-Stationen Schutz vor dem Unwetter.
«Die Notfalltrupps von DTEK wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt und arbeiten rund um die Uhr, um mögliche Ausfälle rechtzeitig zu beheben».
Pressestelle von DTEK
Wo der Strom ausfiel
Stromausfälle wurden am linken Ufer und im Bezirk Obolon registriert. Später kamen Meldungen auch vom rechten Ufer. DTEK ging in den erhöhten Betriebsmodus über und forderte Kunden auf, Strom sparsam zu verbrauchen, um das bereits angespannte Netz nicht zu überlasten – am nächsten Tag, dem 30. Juni, kündigte Ukrenergо bereits die Wiederaufnahme von Abschaltungsplänen an.
Offizielle Reaktion
In Kiew und der Region Kiew wurde die I. (gelbe) Gefahrenstufe ausgerufen. Die Kiewer Stadtverwaltung forderte die Bevölkerung auf, sich während eines Gewitters nicht in der Nähe von Bäumen, Werbetafeln und Stromleitungen aufzuhalten und auch keine Autos neben ihnen zu parken. Meteorologen warnten bereits am 29.–30. Juni vor schwierigen Wetterbedingungen in großen Teilen der Ukraine.
Separaat wird von Schäden an der Wärmedämmung einer Hausfassade in einem Hochhaus berichtet – Details werden von den Kommunalbehörden geklärt.
Sollte das Stromnetz am 30. Juni bis zur morgendlichen Spitzenlastzeit nicht wiederhergestellt sein und Ukrenergo die geplanten Abschaltungspläne einführen, könnten die Kiewer am linken Ufer einen großen Teil des Tages ohne Strom verbringen: zunächst bedingt durch Ausfälle, danach planmäßig.