GPS-Tracker am Auto, Versteck in Friedhofsblumen: Wie der SBU einen Terroranschlag auf dem Maidan aufdeckte

Zwei Frauen – eine arbeitslose Frau aus der Region Sumy und eine ehemalige Konditorin aus Sewastopol, die wegen Schulden angeworben wurde – handelten unabhängig voneinander und hätten beinahe ein Auto der Streitkräfte der Ukraine in der Fußgängerzone des Platzes der Unabhängigkeit gesprengt. Die erste fertigte eine Bombe nach einer Videoanleitung aus Russland an, die zweite sollte sie anbringen – doch der SBU bemerkte den GPS-Tracker am Fahrzeug, bevor die Operation ausgeführt werden konnte.

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Im Zentrum Kiews, nur wenige Meter von einer Touristenroute entfernt, bereiteten zwei Frauen die Ermordung eines ukrainischen Militärs vor. Der SBU stoppte sie, bevor der Sprengstoff platziert wurde – allerdings nicht durch klassische Geheimdienstagentur-Ermittlungen gegen die Verdächtigen, sondern aufgrund eines Details, das die Verbrecherinnen übersehen hatten: Ein GPS-Tracker am Auto des Opfers wurde entdeckt, bevor die Operation in die aktive Phase überging.

Zwei Frauen, zwei Aufträge, kein Kontakt untereinander

Nach Ermittlungsversion agierten die Agentinnen isoliert voneinander – ein klassisches „Zellen"-Schema, bei dem das Auffliegen einer Person die andere nicht enthüllt. Die erste war eine arbeitslose Bewohnerin der Region Sumy: Mit dem Versprechen von „leichten Einkünften" reiste sie nach Kiew, logierte sich in einem Hotel ein und fertigte nach einer Videoanleitung ihres Betreuers aus der Russischen Föderation einen selbstgebauten Sprengstoff an.

Die fertige Bombe versteckte die Frau in einem Versteck auf einem der Kiewer Friedhöfe. Um keinen Verdacht zu erregen, verkleidete sie sich als ältere Frau mit Kopftuch und Blumen.

«Der Sprengkörper sollte aus dem Versteck geholt und mit dem GPS-Tracker unter dem Auto des Militärs befestigt werden – das war die Aufgabe der zweiten Agentin»

Sicherheitsdienst der Ukraine

Die zweite erwies sich als ehemalige Inhaberin einer Konditorei in Sewastopol. Als das Geschäft scheiterte und sich Schulden häuften, boten russische Geheimdienste einen „Ausweg" an. Die Frau reiste nach Kiew, wo sie zunächst den Militär überwachte: Sie notierte seine Aufenthaltsorte und Routen. Sie sollte die Bombe schließlich unter dem Auto anbringen und es aus der Ferne zünden.

Was die Operation zum Scheitern brachte

SBU-Mitarbeiter entdeckten den GPS-Tracker am Auto des Militärs noch vor der Sprengstoffplatzierung. Dies wurde zum Ansatzpunkt für die Operation: Eine der Agentinnen wurde „auf frischer Tat" festgenommen – in dem Moment, als sie kam, um die Bombe aus dem Versteck auf dem Friedhof zu holen. Die zweite wurde an ihrem Wohnort verhaftet, wo fast 6 Kilogramm Sprengstoff gefunden wurden.

Beide befinden sich in Untersuchungshaft ohne Möglichkeit einer Kaution. Ihnen wird nach mehreren Artikeln des Strafgesetzbuches vorgeworfen, darunter Hochverrat unter Kriegsrecht und Vorbereitung eines Terroranschlags nach vorheriger Absprache. Beiden droht lebenslange Freiheitsstrafe.

Masseneffekt als Ziel

Nach Bewertung des SBU sollte die Explosion in der Fußgängerzone des Maidan nicht nur zum Tod des konkreten Militärs, sondern auch zu Massenverluste unter Zivilisten führen. Der Maidan Nezaleschnosti ist einer der meistbesuchten Orte der Hauptstadt.

Dies ist nicht der erste Fall dieser Art: Der SBU verhaftete zuvor eine 24-jährige Agentin, die das Auto eines Militärs im Obolonskij-Bezirk Kiews in die Luft sprengte; ein GRU-Agent, der versuchte, einen Angehörigen der Nationalgarde in die Luft zu sprengen, erhielt dieses Jahr 7,5 Jahre Haft. Das Anwerbungsschema über finanzielle Vulnerabilität wiederholt sich systematisch.

  • Anwerbung durch Schulden oder Versprechen leichten Geldes – beide Schemata sind an sozial schwachen Bürgern der Ukraine erprobt
  • Isolierte „Zellen" – die Agentinnen kannten sich nicht gegenseitig, was die Operation vor Misserfolg bewahren sollte
  • Tarnungen an öffentlichen Orten – Versteck auf dem Friedhof, Verkleidung als ältere Zivilperson
  • Vorherige Überwachung vor der Sprengstoffplatzierung – das Opfer wurde vorher „verfolgt"

Falls der GPS-Tracker wirklich der einzige Faden war, an dem die Operation aufgedeckt wurde – bleibt die Frage offen: Wie viele ähnliche Operationen enthielten keinen so offensichtlichen technischen Fehler des Gegners, und sind ukrainische Militärs in zivilen Bereichen ein systematisches Ziel für gezielte Tötungen und nicht nur Nebenziele?

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