Was gefunden wurde
Bei Ausgrabungen vor dem Bau einer Solaranlage in der Nähe von Almendralejo in der Extremadura entdeckten Archäologen eine Festung aus dem Spätneolithikum, etwa 5.000 Jahre alt (ca. 3000 v. Chr.). Die Anlage weist eine klare geometrische Planung, vorspringende Bastionen an den Ecken und innere Verteidigungsgräben auf — konstruktive Lösungen, die ihrer Zeit voraus waren.
"Noch eindrucksvoller war der Fund einer römischen Bestattung in ihren Mauern — eine Entdeckung, die ebenso viele Fragen aufwarf, wie sie Antworten gab."
— Futura (zitiert UNN)
Warum das wichtig ist
Erste Schlussfolgerung: Wir sehen ein Beispiel für die langfristige Nutzung einer Landschaft. Die Festung aus Zeiten großer Migrations- und Technologieumbrüche blieb nicht auf ihre Epoche beschränkt — ihr Raum wurde zur Ressource und Orientierung für nachfolgende Generationen.
Zweitens: Architektonische Details (Symmetrie, Bastionen, Gräben, ~77 m Breite) reißen die Anlage in die Reihe wichtiger prähistorischer Befestigungen auf der Iberischen Halbinsel — neben Motilla del Azuer und La Bastida — und drängen dazu, lokale Modelle der Verteidigungsarchitektur der Kupferzeit zu überdenken.
Grab eines römischen Kriegers: Theorien
Im Herzen der Ruinen wurde das Skelett eines Mannes im Alter von 25–35 Jahren mit einem kurzen Dolch gefunden, der typischerweise mit der Bewaffnung römischer Legionen nach 218 v. Chr. in Verbindung gebracht wird. Warum er hier rund 2.500 Jahre nach dem Bau der Festung gelandet ist, ist eine Frage mit mehreren Arbeitshypothesen:
- die Ruinen wurden als Denkmal oder Begräbnisstätte genutzt;
- sie dienten als temporärer Unterschlupf oder Lagerplatz für Truppen/Reisende auf dem Marsch;
- ein Einzelfall individueller Geschichte — ein Deserteur oder Reisender.
"Es gibt keine offensichtlichen Anzeichen für einen gewaltsamen Tod; möglicherweise starb er eines natürlichen Todes oder an Krankheit. Die Römer nutzten alte Monumente häufig als Begräbnisstätten."
— Futura (zitiert die Ergebnisse der Expedition)
Methodik: Was die Wissenschaft als Nächstes klären wird
Forensische und Laboruntersuchungen — Radiokohlenstoffdatierung, Isotopenanalysen und DNA — werden den Schlüssel zur Herkunft des Mannes, seiner Ernährung, Mobilität und dem Zeitpunkt der Bestattung liefern. Die Kombination der Datierungen von Bauwerk und Bestattung wird klären, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder um Teil einer breiteren Praxis der Nutzung alter Monumente in der römischen Zeit.
Was das für uns und für die Ukraine bedeutet
Diese Geschichte erinnert daran, dass Infrastrukturprojekte (hier: ein Solarkraftwerk) häufig Schlüssel zur Vergangenheit öffnen. Effektive archäologische Kontrolle bei Sanierungs- und Bauarbeiten ist Voraussetzung für den Schutz des Kulturerbes. Für die Ukraine, die derzeit Regionen wiederaufbaut und in erneuerbare Energien investiert, ist dies eine praktische Lektion: Kultur und Entwicklung müssen Hand in Hand gehen.
Zusammenfassung
Der Fund in der Extremadura verändert die Geschichtsschreibung nicht über Nacht, liefert aber ein wichtiges Fragment des großen Mosaiks: Er zeigt, wie Orte Epochen überdauern und zur Ressource für neue Gemeinschaften werden können. Die nächste Runde der Laborergebnisse wird bestimmen, wie weitreichend lokale Chronologien neu geschrieben und Bewegungen von Menschen zwischen den Epochen rekonstruiert werden sollten.
"Dieser Fund unterstreicht: Unsere Geschichte ist keine Linie, sondern ein Netzwerk von Verbindungen zwischen den Generationen."
— das Team des archäologischen Projekts