Herzog von Richelieu aus den Sandsäcken befreit: Was die erste Besichtigung nach drei Jahren Krieg zeigte

# German Translation In Odessa wurden die Schutzsäcke aus Sand vom Denkmal des Herzogs entfernt – dem Symbol der Stadt, das seit 2022 vor Trümmerteilen geschützt wurde. Eine erste Untersuchung zeigte keine Beschädigungen, aber es stellt sich eine praktische Frage: Wie kann das Denkmal künftig geschützt werden, wenn die Bedrohung durch Beschuss nicht verschwunden ist.

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Drei Jahre lang stand eine der bekanntesten Persönlichkeiten Odessas – der Herzog von Richelieu auf der Primorski-Promenade – in Sandsäcke gehüllt, wie hunderte andere Denkmäler in der ganzen Ukraine. Jetzt wurde der Schutz entfernt, und die Stadt steht vor einer unerwarteten Frage: Was tun wir jetzt, wenn die Beschussbedrohung nicht verschwunden ist?

Die Arbeiten wurden auf Initiative von Abgeordneten des Odessaer Stadtrates durchgeführt – die Sandsäcke wurden entfernt, die die Skulptur seit den ersten Tagen der vollständigen Invasion vor Splittern und Druckwellen schützten. Die Kommunaldienste räumen Sand und Schutt rund um das Sockeldenkmal auf.

Warum den Schutz überhaupt entfernen, wenn der Krieg andauert

Der Grund ist nicht eine symbolische Geste, sondern eine technische Notwendigkeit. Fedor Stojanov, Leiter der Abteilung für UNESCO-Angelegenheiten und den Schutz des Kulturerbes Odessas, erklärte: Nach mehreren Jahren unter den Sandsäcken stellte sich zwangsläufig die Frage nach dem Zustand der Bronzeskulptur selbst. Sand, Feuchtigkeit, fehlende Belüftung – all dies konnte die Bronze oder das Sockel unmerklich beschädigen.

„Der Herzog von Richelieu ist eines der Symbole unserer Stadt. Es ist uns wichtig, ihn für kommende Generationen zu bewahren", sagte Fedor Stojanov.

Die erste Sichtprüfung zeigte, dass sich die Skulptur in einem zufriedenstellenden Zustand befindet – ohne Deformationen oder Anzeichen gefährlicher Prozesse. Dies ist jedoch eine vorläufige Schlussfolgerung: In den nächsten Tagen wird das Denkmal von Spezialisten der Bauakademie und von Experten für den Schutz des Kulturerbes untersucht.

Ein Dilemma für Städte: das Denkmal oder sein Material schützen

Die Situation in Odessa enthüllt ein Problem, das nicht nur den Herzog betrifft. Schutzstrukturen aus Sandsäcken oder Metallboxen retten Denkmäler vor direktem Splittertreffer, können aber während jahrelanger Konservierung dem Material selbst schaden – Korrosion, Feuchtigkeit, mangelnde Luftzirkulation.

Ein ähnlicher Prozess fand kürzlich auch in Kiew statt, wo die Schutzstrukturen vom Denkmal der Lesja Ukrainka demontiert wurden. Dies könnte darauf hindeuten, dass Städte Erfahrung sammeln: Regelmäßige Kontrollen des Zustands geschützter Denkmäler werden zur gleich notwendigen Verfahren wie der Schutz selbst.

Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung in Odessa werden weitere Maßnahmen festgelegt – mehrere Varianten zur Wiederherstellung oder Erneuerung der Schutzstruktur wurden vorläufig erarbeitet. Die endgültige Entscheidung wird erst nach den Schlussfolgerungen der Experten getroffen.

Was kommt als Nächstes

Sollte die Untersuchung einen zufriedenstellenden Zustand der Skulptur bestätigen, wird sich Odessa einer konstruktiven Aufgabe stellen müssen: einen Schutz schaffen, der vor Splittern rettet, aber das Metall bei längerer Nutzung nicht beschädigt. Diese Frage ist für Dutzende von Denkmälern im ganzen Land aktuell, und davon hängt ab, in welchem Zustand das Kulturerbe die Nachkriegsjahre erlebt.

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