Im ersten Wochenende sammelte Christopher Nolans „Odyssee" 264,1 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen – das ist der beste Start in der Karriere des britischen Regisseurs und übertrifft seinen eigenen „Oppenheimer" (180,5 Millionen Dollar im Eröffnungswochenende 2023).
Das Publikum reagierte eindeutig: A-Rating bei CinemaScore und 97 Prozent Zuschauerbewertung auf Rotten Tomatoes – Werte, die in der Branche für einen großen Blockbuster als nahezu unmögliche Kombination gelten. Üblicherweise opfern Filme mit solchen Budgets entweder die kritische Rezeption oder die Publikumsliebe.
Die Zahlen haben Bedeutung über den Film hinaus. Hollywood führt nach der Pandemie eine ständige Diskussion darüber, ob das Kino als Veranstaltungsort noch relevant ist, wenn Streaming-Plattformen Premieren zu Hause anbieten. „Odyssee" gibt eine konkrete Antwort: Es bleibt relevant – aber nur dann, wenn ein Regisseur ein Erlebnis schafft, das auf einem Laptop-Bildschirm nicht reproduziert werden kann.
Nolan verteidigt konsequent den Kinostart als primäres Format – er ist dafür bekannt, dass er in seinen Verträgen mit Studios Anforderungen für einen garantierten Mindestzeitraum der Kino-Exklusivität festschreibt. Universal Pictures, das „Odyssee" vertreibt, stimmte diesen Bedingungen zu. Das Ergebnis des ersten Wochenends sieht wie ein Argument in dieser Debatte aus.
Allerdings garantiert ein 264-Millionen-Dollar-Start nicht den endgültigen Erfolg. Filme mit starken Eröffnungen fallen häufig in der zweiten Woche drastisch ab, wenn die Mundpropaganda nicht Schritt hält. Für „Odyssee" mit seinem offensichtlich hohen Budget beginnt die Gewinnschwelle laut Analysten bei etwa 700–800 Millionen Dollar weltweiter Einspieler.
Die nächsten zwei Wochen werden zeigen, ob die hohe Zuschauerbewertung in wiederholte Besuche und mündliche Empfehlungen umgewandelt wird – das einzige Marketing, das auf lange Sicht wirklich funktioniert.