Olymp reichte 2014 bei der UNESCO ein – und muss nun erneut überarbeitet werden

Griechenland versucht seit mehr als einem Jahrzehnt, den UNESCO-Status für den Berg Olymp zu erlangen. Diesmal sieht der Entwurf der Tagesordnung der Sitzung in Busan vor, den Antrag zur Überprüfung zurückzugeben — zum zweiten Mal.

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Der Olymp — 2918 Meter, der höchste Punkt Griechenlands, mythische Residenz der zwölf olympischen Götter — könnte zum Weltkulturerbe der UNESCO werden. Doch der Weg zu diesem Status hat sich als weitaus schwieriger erwiesen als der tausendjährige Ruf des Berges.

Elf Jahre Wartezeit

Griechenland reichte die Nominierung erstmals 2014 ein. Damals gaben die beratenden Organe der UNESCO — die IUCN (Naturerbe) und ICOMOS (Kulturerbe) — die Unterlagen zurück und forderten zusätzliche Materialien an. Wie Euronews berichtet, verlangten die Gutachter Nachweise für die internationale Bedeutung der geologischen Besonderheiten des Olymp, seiner Artenvielfalt und ökologischen Prozesse. Parallel dazu schlug ICOMOS vor, das archäologische Objekt Dion in die Nominierung aufzunehmen — eine antike Stadt am Fuße des Berges, wo die Makedonen die Götter vor ihren Feldzügen opferten.

Den aktualisierten Antrag wird der Ausschuss für Weltkulturerbe bei seinem Treffen in Busan vom 20. bis 29. Juli prüfen. Allerdings weist die Associated Press auf ein wesentliches Detail hin: Der Entwurf der Tagesordnung des Treffens sieht bereits vor, die Nominierung Griechenlands zur Einreichung zusätzlicher Informationen zurückzugeben — das heißt, noch vor der offiziellen Abstimmung neigt der Ausschuss zu einer neuen Runde von Klarstellungen.

Was wirklich auf dem Spiel steht

Für die lokale Gemeinschaft ist die Frage nicht nur eine Prestige-Angelegenheit. Der Bürgermeister von Dio-Olympos, Evangelos Geroliolios, erläutert die praktische Dimension des Status:

«Der Olymp ist unser Leben. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste legt uns größere Verpflichtungen zum Schutz dieser Umwelt auf».

Evangelos Geroliolios, Bürgermeister von Dio-Olympos

Der Status eines Weltkulturerbes bedeutet nicht nur einen touristischen Strom, sondern auch internationale Überwachung des Zustands des Denkmals, Bauverbote und Beschränkungen für industrielle Aktivitäten in der Pufferzone. Für eine Region, deren Wirtschaft vom Bergtourismus abhängt, ist dies ein zweischneidiges Schwert.

Warum der «gemischte» Status komplizierter ist als es scheint

Die Nominierung des Olymp wird als mixed site eingereicht — ein Objekt mit gleichzeitiger Natur- und Kulturwert. Es gibt nur 39 solche in der UNESCO-Liste von über 1200 — weniger als 3%. Das Bewertungsverfahren ist komplizierter: zwei beratende Organe erstellen separate Stellungnahmen, und jedes kann das Vorankommen blockieren. Genau dies geschah 2014.

  • Die IUCN bewertet Geologie, Artenvielfalt und Ökosystemprozesse
  • ICOMOS bewertet die kulturelle und historische Bedeutung
  • Beide Stellungnahmen müssen den «außergewöhnlichen universellen Wert» bestätigen — das zentrale Kriterium der UNESCO
  • Die endgültige Entscheidung treffen Vertreter von 21 Ländern durch Abstimmung

Der Olymp ist seit 1938 ein Nationalpark — der erste in Griechenland. Aber der Status eines Nationalparks und der UNESCO-Status sind unterschiedliche Rechtsinstrumente mit unterschiedlichen Ebenen internationaler Verpflichtung.

Falls der Ausschuss in Busan den Antrag erneut zur Überarbeitung zurückweist und Griechenland Dion in die Nominierung aufnimmt, wird sich die nächste realistische Chance auf Aufnahme nicht vor 2027 öffnen: So lange dauert ein neuer Bewertungszyklus durch die beratenden Organe. Die Frage ist, ob Griechenland diesmal alle technischen Anforderungen erfüllen wird, oder ob der Status der «Heimat der Götter» noch für einige Jahre nur eine Metapher bleiben wird.

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