Der amerikanische Schauspieler Vincent Pastore, bekannt für seine Rolle als Big Pussy in der Serie „Die Sopranos", wurde tot in seinem Haus in New York gefunden. Nachbarn schlugen Alarm, nachdem sie mehrere Tage keinen Kontakt zu ihm bekommen hatten. Er war 80 Jahre alt, die Todesursache wird noch ermittelt.
Ein Weg, der nicht mit einer Schauspielschule begann
Pastore wurde 1946 in New York geboren. Zur Leinwand kam er nicht sofort — zunächst folgte der Militärdienst in Vietnam, und erst nach seiner Rückkehr erhielt er eine Schauspielausbildung an der Pace University. Zu dem Zeitpunkt, als die meisten seiner Altersgenossen bereits ihre ersten Rollen hinter sich hatten, fing Pastore gerade erst an.
Die ersten Jahre im Kino waren von Nebenrollen in „Goodfellas" und „Carlito's Way" geprägt, Filmen, in denen die Kritik ihm kaum Aufmerksamkeit schenkte. Bedeutsamere Rollen kamen erst Mitte der 1990er Jahre, als der Schauspieler bereits über vierzig war.
Die Rolle, die seine Karriere prägte
Die wahre Anerkennung kam 1999 mit dem Start von „Die Sopranos". Die Nebenrolle in der kultigen Mafia-Serie wurde für Pastore ein Sprungbrett zu Dutzenden weiteren Projekten des Kriminalgenres — „Mickey Blue Eyes", „Money Train", „Witness to the Mob", „Revolver".
Pastore wurde nie die Hauptrolle eines Projekts zuteil, aber das Krimi-Kino der späten 1990er und frühen 2000er Jahre hätte ohne ihn anders ausgesehen.
Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie ein Nebendarsteller zum Erkennungszeichen eines ganzen Genres werden kann, selbst ohne Hauptrollen und Auszeichnungen. Pastore bewies: Im Kino kommt es nicht nur auf die Größe einer Rolle an, sondern auch darauf, wie organisch sich der Schauspieler in den Charakter einer Epoche einfügt.
Pastores Tod ist bereits nicht der erste Verlust in diesem Sommer unter Schauspielern, die mit kultigen Krimi- und Abenteuer-Projekten verbunden sind: Im Juli starb „Jurassic Park"-Star Sam Neill, und kurz davor der britische Schauspieler John Nolan. Die Generation von Schauspielern, die das Kino der 1990er Jahre geprägt hat, verschwindet allmählich und hinterlässt die Frage: Wer wird heute den Geist einer ganzen Epoche auf der Leinwand so organisch verkörpern können?