In Tschernihiw wurden seltene ukrainischsprachige Kopien von Kotsiubynskys Verfilmungen entdeckt — Chance zur Digitalisierung des Kulturerbes

Im Museum von Mychajlo Kotsjubynskyj wurden 35‑mm‑ und 16‑mm‑Filmrollen mit ukrainischsprachigen Fassungen von Filmen aus den Jahren 1956–1957 entdeckt. Das Dovzhenko‑Zentrum plant, den Fund zu untersuchen und zu digitalisieren — was das für das kulturelle Gedächtnis der Ukraine bedeutet.

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Im Чернігівському літературно-меморіальному музеї-заповіднику Михайла Коцюбинського wurden seltene ukrainischsprachige Fassungen von Verfilmungen des Schriftstellers entdeckt. Die Informationen verbreiteten УНН und Довженко-центр, der den Fund aufarbeiten wird.

Was genau gefunden wurde

Den Fund dokumentierten die Hauptkonservatorin der Bestände Катерина Федько und der Filmwissenschaftler des Довженко-центру Олег Оліфер. Zu den entdeckten Artefakten gehören filmische Kopien aus den 1950er Jahren auf Film:

  • 35-mm-Filmkopien der Kurzfilme «Пе-коптьор (На піч)» (1956, Regie Володимир Карасьов) und «Коні не винні» (1956, Regie Станіслав Комар) — Одеська кіностудія;
  • 16-mm-Filmkopien der Spielfilme «Кривавий світанок» (1956, Regie Олексій Швачко) und «Дорогою ціною» (1957, Regie Марк Донськой) — Київська кіностудія імені Довженка.

Nach Angaben des Довженко-центру werden die Filme nach der Bewertung ihres physischen Zustands an das Kinolabor des Zentrums zur Digitalisierung und Konservierung übergeben.

„Der Fund in Tschernihiv ist eine Seltenheit und ein großes Glück. Die meisten ukrainischen Filme der 1950er–1960er Jahre hatten ukrainischsprachige Fassungen, doch ein Großteil gilt derzeit als verschollen. Nach der Untersuchung des Zustands der Filmkopien und entsprechender Vorbereitung werden die Filme vom Kinolabor des Довженко-центру digitalisiert.“

— Довженко-центр

Warum das wichtig ist

Diese Filmkopien sind nicht nur museale Objekte. Sie spiegeln die ukrainischsprachige Präsenz im kulturellen Feld des vergangenen Jahrhunderts wider und ermöglichen Forschenden, Lehrenden und Zuschauern, den lokalen sprachlichen und ästhetischen Kontext der Verfilmungen zurückzugewinnen. Für die Erforschung der Filmgeschichte, der Sprachpolitik in der Kunst und für Bildungsprogramme hat der Fund praktischen Wert.

Außerdem erhöht die Restaurierung und Digitalisierung solcher Artefakte die Chancen auf langfristige Erhaltung und öffentlichen Zugang — ein wichtiger Baustein kultureller Resilienz in Zeiten, in denen Archive Risiken und Unterfinanzierung ausgesetzt sind.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt ist die technische Begutachtung des Zustands der Filmkopien und ihre Konservierung. Anschließend soll das Kinolabor des Довженко-центру die Digitalisierung mit Blick auf Restaurierung und künftige öffentliche Vorführungen durchführen. Das ermöglicht eine fachliche Untersuchung des Materials und seine Rückführung in den kulturellen Umlauf — in Museen, auf Festivals und in Bildungsprojekten.

Nun sind Restauratorinnen, Restauratoren und kulturelle Institutionen am Zug: Ob es gelingt, diese Filme der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hängt von Ressourcen und Prioritäten ab. Doch der Fund an sich ist ein Signal: Unsere filmische Stimme wird bewahrt und wartet auf ihre Wiederherstellung.

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