731 Drohnen in 24 Stunden: Russland griff die Ukraine am 13.–14. Mai zweimal an — tagsüber und nachts

Zunächst fast 800 Drohnen im ganzen Land, dann 56 Raketen und weitere 675 unbemannte Fluggeräte in der Nacht. Kiew wurde in sechs Stadtteilen angegriffen, ein Mensch starb.

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Наслідки атаки у Києві (Фото: ДСНС)

Russland hat der Ukraine zwei aufeinanderfolgende Schläge versetzt: zunächst einen massiven Tagesangriff, dann einen nächtlichen kombinierten Angriff. An einem Tag registrierten die Radiotechchniktruppen der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine über 1.400 Luftangriffsmittel.

Wie es ablief

Der Tagesangriff begann am 13. Mai gegen 8:00 Uhr und dauerte bis zum Abend. Russland startete in Wellen über 800 Kampfdrohnen – „Shahed", Raketen-„Shahed", „Gerber", „Italmas" und Drohnen-Attrappen „Parodie". Ein Besonderheit des Angriffs, die die Luftstreitkräfte registrierten: Russland nutzte den Luftraum von Belarus und Moldawien zum Durchflug. Der Hauptvektor – Westen der Ukraine: Transkarpatien, Lwiw-Region, Wolhynien, Riwne-Region, Iwano-Frankiwsk.

Um 18:30 Uhr neutralisierten die Luftverteidigungskräfte 710 Drohnen. Es wurden 36 Treffer und Trümmerfälle an 26 Standorten registriert. Unter den bestätigten Zielen – Eisenbahninfrastruktur: Der Berater des Präsidenten Dmytro Lytvyn berichtete von 23 Treffern in ukrainische Eisenbahnbetriebsmittel pro Tag. Infolge des Tagesangriffs starben mindestens 6 Personen, über 80 wurden verletzt.

„Das offensichtliche Ziel Russlands ist es, die Luftverteidigung zu überlasten und in diesen Tagen so viel Leid und Schmerz wie möglich zu verursachen".

Präsident Wolodymyr Selenskyj, 13. Mai

Ohne auf das Ende des Tagesangriffs zu warten, begann der Gegner ab 18:00 Uhr am 13. Mai die zweite Welle – den Nachtangriff. Nach Angaben der Luftstreitkräfte wurden diesmal 56 Raketen und 675 Drohnen eingesetzt: 3 aeroballistische Raketen Ch-47 „Kinschal" (aus der Region Lipezk), 18 ballistische „Iskander-M"/S-400 (aus den Regionen Brjansk und Kursk), 35 Marschflugkörper Ch-101 (aus der Region Wologda). Gegen 3:00 Uhr begann ein massiver Beschuss mit Marschflugkörpern.

Was in Kiew geschah

Der Hauptstoß des Nachtangriffs traf die Hauptstadt. Trümmer abgeschossener Raketen und Drohnen wurden in sechs Stadtbezirken registriert. Im Darnytskyj-Bezirk stürzte ein Wohngebäude teilweise ein, Menschen wurden unter den Trümmern begraben – eine Such- und Rettungsoperation lief. Am linken Ufer wurden Unterbrechungen der Wasserversorgung registriert. Der Leiter der KMVA Timur Tkachenko berichtete von einem Toten und mindestens 16 Verletzten in der Stadt, später stieg die Zahl der Verletzten auf 29. Mehrere Bezirke der Region Kiew wurden ebenfalls beschädigt – insgesamt sieben Verletzte, darunter ein Kind.

Die Luftverteidigung neutralisierte 41 Raketen und 652 Drohnen. Die Abwehr des Angriffs wurde durch Luftfahrt, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten der elektronischen Kriegsführung, mobile Feuergruppen und Drohnensystemeeinheiten sichergestellt.

Kontext: warum gerade jetzt

Selenskyj deutete direkt auf den geopolitischen Moment hin: Der Angriff begann an dem Tag, als US-Präsident Donald Trump in China zu Gesprächen mit Xi Jinping war. Nach Meinung des ukrainischen Präsidenten versuchte Moskau, die Welt in diesem diplomatischen Moment an seine Präsenz zu erinnern. Der Angriff fiel auch mit einer Woche nach den Gesprächen in Istanbul zusammen – den ersten direkten Kontakten zwischen Russland und der Ukraine seit 2022, deren einziges bestätigtes Ergebnis eine Einigung auf einen Gefangenenaustausch im Verhältnis 1.000 zu 1.000 war.

Außenminister Andrij Sybiga kommentierte den Angriff in sozialen Netzwerken und nannte ihn „offensichtlichen Beweis für die Notwendigkeit, den Sanktionsdruck auf Moskau zu verstärken".

Wenn Russland nach den Gesprächen in Istanbul zweimal pro Tag Rekordbombardierungen durchführt, werden die nächsten Indikatoren für die wahren Absichten des Kremls Maßnahmen in den ersten Wochen nach neuen Verhandlungsrunden sein – ob sich die Menge der eingesetzten Angriffsmittel zumindest statistisch verringert.

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