Kurz
Krieg ist nicht nur Heldentum, sondern auch Logistik. In der Nacht zum 22. Februar trafen russische Angriffe die Eisenbahninfrastruktur in mehreren Regionen der Ukraine. Der Zugverkehr wurde nicht vollständig eingestellt, doch ein großer Teil der Routen wurde vorübergehend umgeleitet — das wirkt sich auf Fahrgäste, Lieferketten und die Arbeit der Reparaturbrigaden aus.
Was passiert ist
Nach Angaben offizieller Stellen wurden Angriffe in den Donezk-, Mykolajiw-, Odessa- und Saporischschja-Regionen registriert; Lokomotiven und weitere Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt. In der Region Kiew verkehren zahlreiche Züge auf geänderten Routen, in der Region Cherson wird der Verkehr unter Berücksichtigung der Sicherheitslage organisiert.
"Die russische Armee hat in der Nacht zum 22. Februar die Eisenbahninfrastruktur in mehreren Regionen angegriffen"
— Oleksij Kuleba, Minister für die Entwicklung der Gemeinden
Berichten zufolge wurden im Rahmen des Massenschlags etwa rund fünfzig Raketen und fast 300 Drohnen eingesetzt; Einschläge an 14 Objekten wurden festgestellt. Zu den Betroffenen gehört das Unternehmen Mondelez in der Region Sumy (Hersteller der Marken Milka, Oreo und weiterer).
Wie die Routen geändert wurden und was Fahrgäste tun sollten
Die Ukrzaliznytsia teilte Änderungen der Fahrpläne mit: Teile der Verbindungen wurden vorübergehend umgeleitet, auf einzelnen Strecken wurden Buszubringer organisiert. So werden Fahrgäste in Richtung Kramatorsk mit Bussen befördert; die Verbindung zwischen Saporischschja und Dnipro wird teilweise per Bus aufrechterhalten.
"Der Zugverkehr wurde nicht eingestellt, jedoch wurden einige Routen geändert — Überwachungsgruppen und Reparaturbrigaden sind im Einsatz"
— Ukrzaliznytsia
Regionale Expresszüge ab Isjum verkehren nach Fahrplan, während in den Regionen Sumy und Tschernihiw regionale Züge vorübergehend bis/ab Konotop fahren. Fahrgästen wird geraten, den Status ihres Zuges auf der Website der Ukrzaliznytsia zu prüfen und zusätzliche Zeit für ihre Reisen einzuplanen.
Folgen für Logistik und Sicherheit
Gezielte Angriffe auf die Eisenbahn haben mehrere Effekte: Sie verzögern Evakuierungen und die Bewegungen von Menschen, erschweren die Lieferung von Gütern und erhöhen die Belastung für Instandsetzungsdienste. Experten weisen darauf hin, dass solche Angriffe Teil einer Strategie sind, die Mobilität und logistische Widerstandsfähigkeit des Landes zu schwächen.
Was die Dienste tun und was zu erwarten ist
Fachstellen und Reparaturbrigaden arbeiten bereits an der Beseitigung der Schäden; Überwachungsgruppen der Ukrzaliznytsia sind verstärkt im Einsatz. Zugleich unterstreicht die Lage die Notwendigkeit einer raschen Wiederherstellung des rollenden Materials, einer verstärkten Absicherung kritischer Knotenpunkte sowie der Koordination mit Partnern bei der Lieferung von Ersatzteilen und technischer Hilfe.
Fazit. Ein Schlag gegen die Eisenbahn betrifft nicht nur beschädigte Gleise oder Lokomotiven, sondern eine vorübergehende Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Menschen und Waren, die ein schnelles Eingreifen staatlicher Stellen und Partner erfordert. Ob es gelingt, die Fahrpläne vollständig wiederherzustellen und die Folgen für Wirtschaft und Bürger zu minimieren, hängt von der Geschwindigkeit der Reparaturen, der Anpassung der Logistik und der Sicherung der wichtigsten Streckenabschnitte ab.