Stille Eskalation: die offizielle Position
Auf einer Pressekonferenz skizzierte der Leiter der Zentralverwaltung für Innovationsaktivitäten der Streitkräfte der Ukraine Віталій Добрянський die wichtigsten Risiken seitens Russland für 2026: Cyberspace, Luftverteidigung und Herausforderungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und asiatischen Waffensystemen. Das ist keine laute Rhetorik – sondern ein Signal für systemische Änderungen in den Verteidigungsansätzen.
"Wenn ich sage, dass wir dies oder jenes vorhergesagt haben und es irgendwo treffen wird, dann werden sie [die Russen] das ändern. Zweifellos wird es Probleme im Cyberspace geben, zweifellos wird es Probleme in der Luftverteidigung geben, daher müssen wir unsere Ansätze ändern"
— Віталій Добрянський, Leiter der Zentralverwaltung für Innovationsaktivitäten der Streitkräfte der Ukraine
Was hinter den Worten steht: warum das wichtig ist
Russland diversifiziert aktiv die Quellen von Waffen und Taktiken: Einkäufe im asiatischen Raum ermöglichen es, einen Teil der Beschränkungen zu umgehen und die Menge an Munition und Wirkmitteln zu vergrößern. Cyberoperationen und die Einführung von KI-Elementen verändern die Kriegführung – von der Automatisierung der Aufklärung bis zur präziseren Zielsteuerung. Für die Ukraine bedeutet das, dass alte Prinzipien der Luftverteidigung und Logistik ohne Aktualisierung von Taktiken und Technologien an Wirksamkeit verlieren.
Belege und Kontext
Vorliegende Fakten bestätigen diese Befürchtungen: Ukrainische Einheiten haben wiederholt Ausrüstung asiatischer Herkunft entdeckt und zerstört. Beispielsweise trafen ukrainische Bedienungen im September 2025 vier nordkoreanische selbstfahrende Haubitzen Koksan; Koksan wurden erstmals im Februar 2025 in der Oblast Luhansk an der Front festgestellt. Geheimdienstliche Daten deuteten außerdem darauf hin, dass Nordkorea bis Juli 2025 Russland Millionen von Granaten und Hunderte Artilleriesysteme geliefert hat – ein Fakt, der das Gleichgewicht der Munitionsbestände auf dem Schlachtfeld verändert.
Welche Folgen für die Streitkräfte
Vorrangig geht es um Anpassung: Die Schichten der Luftverteidigung müssen flexibler werden – mehr mobile Module, Integration von elektronischer Kampfführung (REB), Verbesserung der Aufklärungs- und Zielidentifikationssysteme. Ebenso wichtig sind Investitionen in die Cybersicherheit von Lieferketten und der Führung, die Ausbildung des Personals zur Abwehr automatisierter Feindesysteme und die Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen den Einsatz von KI in feindlichen Zielsteuerungssystemen.
Was die Partner tun müssen
Das ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Politik: Lieferungen moderner Luftverteidigungssysteme, Unterstützung im Bereich der Cyberabwehr und der Austausch von Aufklärungsinformationen sind Vertrauensbeweise der Partner. Investitionen in Ausbildung, gemeinsame Übungen und Erfahrungsaustausch im Umgang mit asiatischen Waffensystemen und feindlichen KI-Systemen werden die Anpassung der ukrainischen Streitkräfte beschleunigen.
Schlussbetonung
Die Worte Dobrjanskys richten sich nicht an die Panik, sondern verweisen auf die vorhersehbare Logik des Gegners und die Notwendigkeit, ihr systematisch zu begegnen. Es geht nicht nur um die Menge an Waffen, sondern darum, wie wir sie erkennen, neutralisieren und unsere Gegenmaßnahmen integrieren. Sind wir bereit, die Modernisierung der Luftverteidigung, des Cyber-Schutzes und der Analyse zu beschleunigen, um diese Herausforderungen in ein kontrolliertes Risiko zu verwandeln?