Um etwa 10:00 Uhr am 19. Mai führte Russland einen Schlag mit einer Ballistische Rakete gegen das Zentrum von Pryluky durch – eine Stadt in der Region Tschernihiw, die etwa 280 km von den nächsten Frontabschnitten entfernt liegt. Nach vorläufigen Angaben des Vorsitzenden der Regionalverwaltung Tschernihiw, Wjatscheslav Tschaus, kamen zwei Menschen ums Leben, mindestens 17 wurden verletzt, darunter ein 14-jähriges Kind.
Was und wo beschädigt wurde
Die Rakete schlug auf dem Gelände einer stillgelegten Fabrik im Zentrum der Stadt ein. Dies berichtete eine Korrespondentin des Rundfunks, die vor Ort tätig war. In der Nähe der Einschlagstelle entstand ein Brand auf dem Dach eines Baumarkts «Epitsentr» – eines der größten Handelsobjekte in der Stadt. Ebenfalls beschädigt wurden ein Supermarkt, Privatfahrzeuge und Feuerwehrfahrzeuge – das heißt, die Rettungsmittel wurden gleichzeitig mit dem Schlag selbst in Mitleidenschaft gezogen.
«Leider sind bereits jetzt zwei tote Menschen bekannt. Mindestens 17 Verletzte. Darunter ein 14-jähriges Kind. Ärzte leisten allen notwendige Hilfe».
Wjatscheslav Tschaus, Vorsitzender der Regionalverwaltung Tschernihiw
Die Polizei meldete zusätzlich Beschädigungen mehrerer Gebäude im Umkreis des Einschlags.
Taktischer Kontext
Pryluky ist keine Frontstadt. Die Entfernung zu den aktiven Kampfhandlungen macht diesen Schlag zu einem Beispiel für den Einsatz von Ballistik gegen Ziele im tiefen Hinterland – genau dafür setzt Russland Raketen vom Typ «Iskander-M» mit einer Reichweite von bis zu 500 km ein. Das erklärte Ziel: ein Industrieobjekt. Das tatsächliche Ergebnis: zwei getötete Zivilisten und Zerstörung in einem Wohn- und Handelsviertel.
Nach Angaben von Analytikern von Militarnyi hat Russland im Jahr 2025 bereits über 500 Ballistische Raketen verschiedener Typen eingesetzt – ein höheres Tempo als 2024, trotz Sanktionsdruck auf die Lieferketten. Ein Teil dieser Abschüsse entfällt auf nordkoreanische KN-23/24 – weniger präzise, aber verfügbarer zur Nachversorgung.
Pryluky im breiteren Kontext
Die Stadt hat eine Industriegeschichte – hier befinden sich Maschinenbaubetriebe, von denen einige derzeit nicht funktionieren oder umgenutzt wurden. Genau stillgelegte oder teilweise aktive Fabriken werden oft zu erklärten Zielen für russische Anschläge: Die offizielle Logik – «Doppelverwendung», das tatsächliche Ergebnis – Anschläge auf dicht bebaute Stadtteile.
- Getötete: 2
- Verletzte: mindestens 17, darunter ein Minderjähriges Kind
- Beschädigt: Baumarkt «Epitsentr», Supermarkt, Feuerwehrfahrzeuge, Privatfahrzeuge, mehrere Gebäude
- Zeit des Anschlags: etwa 10:00 Uhr
Rettungsdienste und Mediziner arbeiten vor Ort. Die Daten können sich ändern – besonders bezüglich der Anzahl der Verletzten.
Wenn Russland weiterhin Ballistik gegen Industrieobjekte im tiefen Hinterland mit der derzeitigen Häufigkeit einsetzt, stellt sich die grundsätzliche Frage – ob das ukrainische Luftabwehrsystem rechtzeitig genug Abfangjäger der Klasse THAAD oder Patriot PAC-3 erhalten wird, bevor der nächste Anschlag nicht eine leere Fabrik trifft, sondern etwas Schlimmeres.