Als das Büro für Wirtschaftssicherheit seinen Bericht für 2025 im Parlament präsentierte, bestand die Haupterrungenschaft darin, den Staat um 3,8 Milliarden Hrywnja zu entschädigen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Finanzen, Steuern und Zollpolitik Danilo Hetmantsev vertraute nicht auf bloße Worte: Der Ausschuss verglich konkrete Zahlungsanweisungen mit den Zahlungsdaten und den tatsächlichen Eingängen auf Haushaltskonten.
Ergebnis der Überprüfung: 47 Millionen Hrywnja tatsächliche Eingänge im Jahr 2025. Die Diskrepanz — fast um das 80-fache.
«Wenn Sie ungenaue Daten veröffentlichen und ankündigen, diskreditieren Sie damit sich selbst, uns und unsere gesamte Sache»
Danilo Hetmantsev, Vorsitzender des Ausschusses der Werchowna Rada für Finanzen
Die von Hetmantsev an die Leitung des BES gestellte Frage — warum ungenaue Daten im Bericht — blieb unbeantwortet.
Wie wurde gezählt: altes Schema, das Auditorinnen kennen
Nach Angaben der UNN nahm das BES in die Berichterstattung Entschädigungssummen auf, die tatsächlich in den Vorjahren gezahlt wurden, nicht jene, die 2025 tatsächlich auf Konten eingingen. Dies ist ein klassischer Trick der «Datenverlagerung»: Formal existiert die Zahl im System, gehört aber nicht zum Berichtsjahr. Eine solche Praxis der Kennzahlverschönerung durch «Übergangszahlungen» haben ukrainische Auditorinnen auch bei anderen Strafverfolgungsbehörden dokumentiert.
Was Juristen sagen
Der pensionierte Richter Olexander Sytnikow besteht in einem Kommentar gegenüber UNN darauf, dass die Situation eine gründliche interne Dienstermittlung und die Verhängung von Disziplinarstrafen gegen verantwortliche Beamte erfordert. Gemäß der Bestimmungen über die Disziplinarkommission des BES kann diese auf der Grundlage einer solchen Ermittlung eine Schlussfolgerung über das Vorliegen einer Disziplinarverletzung treffen und eine Art von Sanktion empfehlen.
Der Präsident der All-Ukrainischen Vereinigung pensionierter Richter Denys Neviadomskyi geht weiter: Nach seinen Worten kann der Versuch, den parlamentarischen Ausschuss in die Irre zu führen, strafrechtliche Folgen für die Leitung des Büros haben.
- Disziplinarverfahren — innerhalb des BES selbst, eingeleitet vom Direktor oder der Disziplinarkommission.
- Strafrechtliche Verantwortung — wenn die Ermittlungen die Absicht nachweisen, ein Regierungsorgan in die Irre zu führen.
- Politische Folgen — Vertrauensverlust in die Berichterstattung des gesamten Strafverfolgungsblocks, der ohnehin schon unter Druck durch Reformforderungen der EU steht.
Ausmaß: nicht eine Zahl, sondern ein Kontrollsystem
Der Fall geht über eine skandalöse Folie in der Präsentation hinaus. Das BES erhielt 2025 eine Finanzierung von 1,8 Milliarden Hrywnja bei einem Personalbestand von etwa 1.200 Personen. Wenn die deklarierten 3,8 Milliarden Entschädigungen eine Fiktion sind, dann stellt sich die tatsächliche Effizienz der Behörde pro Hrywnja Ausgaben als deutlich niedriger heraus, als ihre Leitung dem Rat und der Öffentlichkeit berichtet.
Gleichzeitig gibt es weiterhin keinen unabhängigen Verifizierungsmechanismus für BES-Berichte vor dem Parlament: Der Ausschuss überprüfte die Daten aus eigenen Kräften und spielte faktisch die Rolle eines Auditors — was nicht seine direkte Funktion ist.
Falls ein Dienstermittlungsverfahren nicht in den nächsten Wochen eingeleitet wird, bedeutet dies eines: Die Leitung des BES überprüft ihre eigene Integrität selbst — und scheint sie für zufriedenstellend zu befinden.