Kurz
Das Ministerium für Kultur der Ukraine hat die Genehmigung für Sucharbeiten einer polnisch‑ukrainischen Expedition im Gebiet des ehemaligen Dorfes Huta Peniacka erteilt (heute — Gebiet der Dörfer Zharkiv und Holubytsia im Rajon Zolochiv der Oblast Lwiw). Ein Antrag seitens der polnischen Seite ging am 16. Februar ein; die Arbeiten zielen darauf ab, Bestattungsorte von Opfern des Zweiten Weltkriegs zu ermitteln und, falls erforderlich, deren Exhumierung und Umbettung vorzunehmen.
„Das Ministerium für Kultur hat erneut Polen die Genehmigung zur Suche nach menschlichen Überresten erteilt, die während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen.“
— Pressedienst des Ministeriums für Kultur der Ukraine
Wo und was sie tun werden
Die Expedition wird auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Huta Peniacka arbeiten: Fachleute werden mögliche Grabstellen lokalisieren, Sucharbeiten durchführen und bei Auffinden von Überresten Exhumierungen vornehmen mit anschließender Umbettung gemäß internationalen Praktiken und ukrainischem Recht.
Warum das wichtig ist
Das ist nicht nur eine Frage des historischen Gedenkens. Identifikation und würdevolle Bestattung mildern zwischenstaatliche Spannungen, geben Familien Antworten und schaffen Voraussetzungen für Vertrauen zwischen den Expertengemeinschaften der Ukraine und Polens. Für die Leserschaft bedeutet das, dass die Staaten selbst in schwierigen Zeiten humanitäre Fragen weiter angehen, die langfristige gesellschaftliche Folgen haben.
Kontext
Der Ansatz ist nicht singulär: Am 11. Januar 2025 tauschten die Seiten Listen mit Orten für Such‑ und Exhumierungsarbeiten zu den „Opfern gegenseitiger historischer Konflikte“ aus. Im Jahr 2025 fanden bereits Arbeiten in der Oblast Ternopil statt (Exhumierungen polnischer Opfer der Wolhynien‑Tragödie) sowie such‑ und exhumierende Maßnahmen in Lwiw zur Umbettung von Überresten von Soldaten der Polnischen Armee. Für 2026 sind weitere Arbeiten geplant: unter anderem im Dorf Uhly in der Oblast Riwne sowie die Fortsetzung von Untersuchungen auf polnischem Gebiet.
Folgen und Fragen
Gemeinsame Expeditionen verbinden historische Aufklärung, forensische Praxis und Diplomatie. Sie stärken fachliche Verbindungen und etablieren Verfahren, die das Risiko der Politisierung sensibler Themen verringern. Zugleich bleibt die Frage: Können die Ergebnisse solcher Arbeiten die Grundlage für größere Transparenz und gegenseitige Anerkennung historischer Fakten zwischen Kiew und Warschau bilden?
Was als Nächstes: von Erklärungen — zu Feldberichten und dokumentierten Identifizierungen. Wichtig ist nun, die Methodik der Arbeiten und die öffentlichen Ergebnisse der Expedition zu verfolgen, damit der humanitäre Teil der Zusammenarbeit nicht in politische Debatten verloren geht.