Am 10. Juni griffen Drohnen der ukrainischen Verteidigungskräfte gleichzeitig zwei Leitungsverteilerstationen des Unternehmens «Transneft — Obere Wolga» in der Oblast Wladimir an — «Wtorowо» (Bezirk Kameschkow) und «Lobkowo» (Bezirk Alexandrow). Die Entfernung zur Grenze beträgt etwa 700 km. Die NASA FIRMS-Überwachungsservices registrierten Brände: in «Wtorowо» um 03:13 Uhr, in «Lobkowo» um 05:04 Uhr.
Um welche Objekte handelt es sich
Beide Stationen sind Teil des russischen Hauptölprodukttransportsystems. «Wtorowо» befördert hauptsächlich Dieselkraftstoff von Raffinerien in der Zentralregion zu großen Öltanklägern in der Moskauer Region und zu den Flughäfen der Hauptstadt — Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukow. «Lobkowo» liegt näher an der Grenze zur Moskauer Oblast und erfüllt die gleiche Funktion in der gleichen Richtung.
Der Angriff auf «Wtorowо» ist nicht der erste. Im Mai 2025 trafen Spezialkräfte des Zentrums für Spezialoperationen «Alpha» des SBU bereits diese Station: Damals breitete sich das Feuer auf 800 Quadratmeter aus.
«Der SBU bereitet bereits neue Spezialoperationen vor. Die Intensität der Anschläge auf russischem Territorium wird nur zunehmen».
Jewhen Chmara, Leiter des SBU
Taktischer Kontext
Anschläge auf die Ölinfrastruktur sind eine systematische Kampagne und keine isolierten Aktionen. Das Ziel ist nicht nur die Verringerung der Exporteinnahmen, sondern auch die Erschwernisse bei der Treibstofflogistik für die Armee. Dieselkraftstoff ist entscheidend für gepanzerte Fahrzeuge, Versorgungskolonnen und militärische Eisenbahntransporte.
- «Wtorowо» — wurde wiederholt getroffen: Die Wiederherstellung nach dem ersten Angriff schützte die Station nicht vor dem zweiten.
- «Lobkowo» grenzt an die Moskauer Oblast — geografisch ist dies der nächstgelegene Punkt des Ölpipeline-Systems zu Moskau, der angegriffen wurde.
- Der Gouverneur der Oblast Wladimir, Alexander Awdejew, bestätigte Brände an beiden Objekten, offiziell — «ohne Verletzte».
Die Treibstoffanfälligkeit Russlands ist nicht ausschließlich eine Folge der ukrainischen Anschläge. Wie LIGA.net analysierte, führten auch systematische Managementfehler in der Branche zur Krise: Raffinerien sind chronisch unterfinanziert, und die Logistikinfrastruktur wurde nicht unter Berücksichtigung von Kriegsrisiken gebaut.
Was kommt als nächstes
Derzeit ist der genaue Umfang der Schäden an beiden Stationen nicht durch unabhängige Quellen bestätigt — weder das ISW noch Satellitenbilder mit ausreichender Auflösung geben bisher ein vollständiges Bild. Die Schlüsselfrage lautet: Hat der Angriff auf «Wtorowо» es zum zweiten Mal außer Betrieb genommen — und hat «Transneft» alternative Umgehungsstrecken, die es ermöglichen, beide Knotenpunkte gleichzeitig zu umgehen.