Am 16. Juli 2026 bildete die Werchowna Rada ein neues Kabinett. Für die Resolution №15415 stimmten 264 Volksabgeordnete — das Minimum, das für einen Beschluss erforderlich ist, aber kein Triumph der Einfachkoalition „Diener des Volkes".
Noch vor drei Tagen leitete Sergij Koretzkyj „Naftohaz". Davor führte er eine WOG-Tankstellenkette und seine eigene Kaffeemarke Idealist. In der großen Politik war er nie aktiv: Er baute seine Karriere durch Unternehmensmanagement auf, nicht über Parteilisten oder die Staatsbürokratie. Dies ist eine untypische Karrierelaufbahn für einen ukrainischen Premierminister.
Was sich wirklich in der Struktur geändert hat
Die spürbarste Reform ist die Aufspaltung der Ministerien. Das Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft wurde erneut in zwei Teile aufgeteilt: das Ministerium für Wirtschaft und Umwelt (geleitet von Oleksandr Krawchenko, internationaler Berater) und das wiederhergestellte Ministerium für Agrarpolitik unter der Leitung von Taras Wysozkyj — ehemaliger Stellvertreter von Sobolew. Eine ähnliche Aufteilung ist für das Ministerium für regionale Entwicklung und das Ministerium für Infrastruktur geplant.
Unter den bemerkenswerten Umbesetzungen wechselte der Leiter der Nationalpolizei Iwan Wyhiwskyj statt Igor Klimenko ins Innenministerium. Der Gouverneur der Region Mykolajiw Witaliw Kim übernahm das Ministerium für Veteranenfragen. Zum Bildungsminister statt Oksen Lisowy wurde Andrij Butenko ernannt — seit 2022 Leiter der Agentur für die Sicherung der Qualität der Hochschulbildung.
Zwei Positionen — noch immer unbesetzt
Die Ministerien für Verteidigung und Auswärtige Angelegenheiten werden nach Verfahren separat abgestimmt — ihre Leiter werden vom Präsidenten ernannt. Das Außenministerium bleibt Andrij Sybiga, nach verfügbaren Daten. Das Verteidigungsministerium ist eine offene Frage: Mykhajlo Fedorow trat nach einem Konflikt mit Generalstabschef Syrsky zurück, und Zelensky unterstützte seine Kandidatur nicht. Igor Klimenko ist ein wahrscheinlicher Nachfolger, aber die Abstimmung wurde wegen Stimmenmangels verschoben.
„Dies ist ein Team für eine Aufgabe — im Interesse des Staates zu arbeiten, Ergebnisse zu liefern und Verantwortung für seine Handlungen und Untätigkeit zu übernehmen".
Sergij Koretzkyj, nach der Abstimmung in der Rada
Der Premierminister selbst warnte: Wenn die Minister keine Ergebnisse liefern, wird die Reaktion schnell kommen. Für eine Person aus dem Geschäftsmilieu ist dies eine vertraute Rhetorik. Ob sie sich in einem bürokratischen System während einer aktiven Kriegsphase auswirkt, ist eine andere Frage.
Kontext des Wechsels
Yulia Swyrydenko war weniger als ein Jahr Premierministerin — vom 17. Juli 2025. Die offizielle Erklärung für ihren Rücktritt war „Stärkung der Richtungen" vor einem harten Winter. Koretzkyj kam im Frühjahr 2025 zu „Naftohaz", als das Unternehmen historisch niedrige Gasbestände hatte, und hinterließ bei seinem Abgang über 13 Mrd. Kubikmeter in den Speichern — nachdem er etwa 1 Mrd. Dollar aus eigenen Mitteln und 1,57 Mrd. Euro von der EBWE und der EIB aufgebracht hatte. Anscheinend war genau dieses Ergebnis sein wichtigstes CV für das Premieramt.
Die Frage, die die wirkliche Bedeutung dieses Neustarts bestimmen wird: Wird es das Kabinett von Koretzkyj schaffen, die Position des Verteidigungsministers zu besetzen, bevor die Herbstkämpfe neue Anforderungen an die Ressourcenversorgung der Armee stellen — und wer trägt dann dafür die Verantwortung.