Merz über Russland „in einem Zustand tiefster Barbarei“: Was das für die Sicherheit Europas und der Ukraine ändert

Der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich Merz, sagt, dass normale Beziehungen zu Russland derzeit unwahrscheinlich sind. Wir erklären, warum seine Einschätzung für die Sicherheit der Ukraine und für die europäische Strategie wichtig ist.

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Фрідріх Мерц (Фото: Bihlmayer Michael/EPA)

Kernaussage

Das Interview von Friedrich Merz für die deutsche Zeitung Die Rheinpfalz enthält eine harte Diagnose: Seiner Aussage nach sei Russland heute ein „Land in einem Zustand tiefster Barbarei“, und die Rückkehr zu „normalen“ Beziehungen sei unwahrscheinlich. Merz begründet diese Position damit, dass das Regime offenbar keinen inneren Plan zur Demobilisierung habe und daher gezwungen sei, die Kriegsmaschinerie aufrechtzuerhalten.

"Deshalb sollten wir uns keine Illusionen machen: Die russische Führung kommt in absehbarer Zukunft nicht ohne Krieg aus. Sie muss die Kriegsmaschinerie funktionsfähig halten..."

— Friedrich Merz, Bundeskanzler (Interview mit Die Rheinpfalz)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Merz formuliert nicht nur eine moralische Bewertung, sondern auch eine praktische Schlussfolgerung: Der Krieg, so seine Auffassung, werde enden, wenn eine der Seiten militärisch oder wirtschaftlich erschöpft sei. Daher müsse Europas Arbeitsziel sein, die Fähigkeit Russlands zu verringern, Krieg zu führen und zu finanzieren. Für die Ukraine bedeutet das: Die Aufmerksamkeit der Partner muss sich nicht nur auf Erklärungen, sondern auf die Lieferung von Waffen, auf Sanktionsdruck und auf wirtschaftlichen Druck konzentrieren, der die Ressourcen des Aggressors tatsächlich reduziert.

"Ich halte das praktisch für unmöglich. Wenn ich dieses Regime und diesen blinden, ungebremsten Terror betrachte, habe ich kaum Hoffnung"

— Friedrich Merz, zur Möglichkeit einer Wiederherstellung normaler Beziehungen zu Putin (Interview mit Die Rheinpfalz)

Kontext in der europäischen Politik

Diese harte Einschätzung deckt sich mit Teilen der europäischen Debatte darüber, wie man mit dem Kreml umgehen sollte. Am 19. Dezember 2025 äußerte Emmanuel Macron die Auffassung, Europa solle den Dialog mit Russland wiederaufnehmen. Dagegen forderte Wolodymyr Selenskyj am 14. Februar 2026 eine Koordinierung der Verhandlungsansätze und warnte davor, dass Putin versuchen werde, Europa zu spalten. Der Unterschied der Ansätze — zwischen dem Bestreben nach einer diplomatischen Rückkehr und der Notwendigkeit, den Druck aufrechtzuerhalten — bestimmt bereits die Politik der Partner.

Praktische Folgen

Wenn Merz’ Einschätzung der Zeit standhält, sind die Schlussfolgerungen offensichtlich: Es muss eine langfristige Strategie der Abschreckung und des Wiederaufbaus geplant werden. Dazu gehören die Verstärkung der Sanktionsmechanismen, die Kontrolle der Finanzströme Russlands, stabile Lieferketten für Verteidigungsgüter und die Vorbereitung auf den Wiederaufbau der Infrastruktur in der Ukraine. Europäische Experten betonen, dass die Entscheidungen systemisch sein müssen — von der Politik bis zu den Haushalten.

Fazit

Merz nimmt die Illusionen über eine schnelle Rückkehr zur Vorkriegsnormalität auseinander. Die Frage ist, ob die europäischen Hauptstädte diese Diagnose in konkrete Schritte verwandeln, die die Sicherheit der Ukraine stärken und die Fähigkeit Russlands, Krieg zu führen, verringern. Ob politischer Wille und Ressourcen ausreichen, ist die Schlüsselfrage der kommenden Monate.

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