Netanja sagte Yurchikhin den Auftritt ab: wie Botschaft und Gemeinde eine prorussische Plattform blockierten

Ein Kosmonaut, der sich als Vertrauter Putins darstellt und vorübergehend besetzte Gebiete besucht hat, sollte im städtischen Planetarium von Netanja auftreten — die Veranstaltung wurde nach einer Intervention der ukrainischen Botschaft und unter Druck der pro‑ukrainischen Gemeinde abgesagt. Wir beleuchten, warum das für die kulturelle Sicherheit von Bedeutung ist.

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Федір Юрчихін (Фото: ресурс окупантів)

Was passiert ist

In Netanja (Israel) wurde der geplante Auftritt des russischen Kosmonauten Федора Юрчихіна im städtischen Planetarium abgesagt. Über die Entscheidung informierte die Botschaft der Ukraine in Israel; nach Angaben der diplomatischen Vertretung gelang es am Ende der Verhandlungen mit der Stadtverwaltung, die Absage der Veranstaltung durchzusetzen.

"Nach vorliegenden Informationen wurde der Auftritt Юрчихіна abgesagt. Die Botschaft ist der pro‑ukrainischen Gemeinschaft in Israel und insbesondere Israeli Friends of Ukraine für die enorme Arbeit aufrichtig dankbar"

— Botschaft der Ukraine in Israel

Warum das wichtig ist

Юрчихін ist nicht nur als Kosmonaut bekannt: Er war in der Rolle einer Vertrauensperson Wladimir Putins bei den Nominierungen 2018 und 2024 tätig und hat das zeitweise besetzte Melitopol in der Oblast Saporischschja besucht. Für die Ukraine sind solche öffentlichen Auftritte keine neutralen kulturellen Ereignisse, sondern bergen das Risiko, prorussische Botschaften zu verbreiten und die Souveränität zu verwässern.

Botschafter Євген Корнійчук sandte dem neu gewählten Bürgermeister von Netanja, Аві Сламі, ein Schreiben und betonte, dass Besuche auf besetzten Gebieten ohne Zustimmung der ukrainischen Seite eine Verletzung der territorialen Integrität darstellen. Dieses diplomatische Eingreifen, gestützt durch die Arbeit der örtlichen Gemeinschaft, wirkte als Schutzmechanismus.

Sozialer Beleg und Präzedenzfälle

Die Initiativen von Israeli Friends of Ukraine und anderen Aktivisten lösten in lokalen Kreisen breite Resonanz aus und zwangen die Kommune, die Entscheidung zu überdenken. Dies ist kein Einzelfall: Bereits zuvor wurden Absagen von Auftritten oder Vorführungen propagandistischen Inhalts in Italien (10. Januar 2026) und Belgien (30. Januar 2026) verzeichnet. Eine solche Kettenreaktion macht deutlich, dass es eine gemeinsame internationale Sensibilität gegenüber russischer Propaganda gibt.

Wie es weitergeht

Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Diplomatie, bürgerschaftliches Engagement und Lokalpolitik zusammenwirken können, um zu verhindern, dass kulturelle Schauplätze für politische Propaganda genutzt werden. Der nächste Schritt ist die Überwachung: Die Botschaft hat versprochen, darauf zu achten, dass die Veranstaltung tatsächlich nicht stattfindet, und ukrainische sowie internationale Organisationen werden Empfehlungen für Kommunen zu Kriterien bei der Auswahl von Rednern erarbeiten.

Wird dies ein Präzedenzfall für andere Städte, die zwischen der Idee eines offenen Dialogs und dem Risiko abwägen, Vertretern eines Regimes, das internationales Recht verletzt, eine Plattform zu bieten? Die Antwort hängt von der Bereitschaft der lokalen Behörden ab, im Interesse der Sicherheit zu handeln und nicht nur im Interesse kultureller Trägheit.

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