Position Pellegrini
In einem Beitrag auf Facebook bezeichnete der Präsident der Slowakei Peter Pellegrini die Entscheidung der Vorgängerregierung, MiG-29 an die Ukraine zu übergeben, als Fehler — wies aber die Darstellung zurück, sie könnten als „Schrottpaket“ abgetan werden.
"Bis heute halte ich es für einen Fehler, dass die Slowakei ihre MiG-29 abgegeben hat, für die es zu diesem Zeitpunkt keinen Ersatz gab. Kein anderes Land hat so gehandelt, dass es durch die Preisgabe seiner eigenen Bewaffnung völlig abhängig von der Hilfe der Nachbarn geworden ist."
— Peter Pellegrini, Präsident der Slowakei
Pellegrini betonte, dass er während seiner Amtszeit als Ministerpräsident (2018–2020) darauf gedrängt habe, die Einsatzfähigkeit der MiG-29 zu erhalten, bis sie durch F-16 ersetzt würden. Er erklärte außerdem, dass er persönlich MiG-29 geflogen habe und sie für flugtauglich für Einsätze in die Ukraine halte.
Kontext und Chronologie
Die Fakten sind diese: Am 23. März 2023 übergab die Slowakei die ersten vier MiG-29; nach Angaben vom 17. April 2023 waren alle 13 MiG-29, die die Slowakei zu übergeben bereit gewesen war, in der Ukraine eingetroffen. Am 10. Dezember 2025 stellte die Staatsanwaltschaft offiziell fest, dass die Übergabe keine Anzeichen einer Straftat aufwies.
Derzeit wird das Ereignis im innenpolitischen Diskurs für gegenseitige Vorwürfe zwischen den Regierungen genutzt: die amtierende Regierung unter Robert Fico hat die Vorgänger wiederholt für die Gewährung militärischer Hilfe an die Ukraine kritisiert.
"Die Staatsanwaltschaft mischt sich in den politischen Kampf auf Seiten der Opposition ein"
— Robert Fico, Premierminister der Slowakei
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Die Übergabe der MiG-29 ist nicht nur ein Symbol der Solidarität. Für die Ukraine stellt sie eine konkrete Verstärkung der operativen Fähigkeiten in der Luft dar, die sich auf taktischer Ebene bemerkbar machte. Für Europa ist es ein Test dafür, ob Staaten bereit sind, ihr eigenes Gerät für die kollektive Sicherheit aufs Spiel zu setzen.
Pellegrinis Position wirft zwei wichtige Fragen auf: das Gleichgewicht zwischen nationaler Souveränität und kollektiver Verantwortung sowie die Transparenz von Entscheidungen, die Verteidigungsressourcen betreffen. Wenn ein Land Waffen abgibt, muss die Gesellschaft verstehen, ob es einen Ersatz gab und wie sich das auf die Fähigkeit auswirkt, den Luftraum zu verteidigen.
Fazit
Diese Geschichte handelt von mehr als einem politischen Streit in Bratislava. Sie handelt davon, wie Staaten Kompromisse zwischen eigener Sicherheit und der Unterstützung eines Partners im Krieg finden. Nun stehen zwei Fragen im Raum: Wird die slowakische Öffentlichkeit ein vollständiges Bild der Ereignisse erhalten — und wie werden die Entscheidungen aus Bratislava die künftige Koordination westlicher Hilfe für die Ukraine beeinflussen?