Am 10. Juli kündigten das NABU und die SAP Dmitrij Basow — in den Materialien des Falls „Tenor" — eine neue, bereits zweite Verdächtigung im Rahmen der Operation „Midas" an. Diesmal geht es nicht um die Teilnahme an einem Korruptionsschema, sondern um das, was danach geschah: die Legalisierung von über 30 Millionen Hrywnja in den Jahren 2023–2025. Status — Teil 3, Artikel 209 des Strafgesetzbuches der Ukraine, Geldwäsche in besonders großem Ausmaß.
Was mit dem Geld aus dem „Schlagbaum" gekauft wurde
Nach Angaben der SAP sah das Umwandlungsschema folgendermaßen aus: zwei Luxus-Mercedes-Benz im Gesamtwert von über 8 Millionen Hrywnja, Luxusimmobilien in der Ukraine und auf der indonesischen Insel Bali — insgesamt über 19 Millionen Hrywnja — und „verschiedene Luxusgegenstände". Die Vermögenswerte wurden auf eine nahestehende Person registriert, ein Teil der Gelder floss durch Kryptowährungen.
Ein charakteristisches Detail, das die Analysten feststellten: kurz vor dem Kauf einer Wohnung ließen sich Basows Ehepartner offiziell scheiden — vermutlich um Vermögenswerte zu verbergen. Nach der Transaktion erschien die Ehefrau wieder in seiner Erklärung als Person, mit der er zusammenwohnt.
„Mit den erhaltenen Mitteln erwarb der ehemalige Beamte zwei Luxus-Automobiles Mercedes-Benz im Gesamtwert von über 8 Millionen Hrywnja, Luxusimmobilien in der Ukraine und auf der indonesischen Insel Bali sowie verschiedene Luxusgegenstände"
Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft
Wer ist „Tenor" und warum ist er noch frei
Basow bekleidete die Position des Geschäftsführers für physischen Schutz und Sicherheit bei „Energoatom" — einem Unternehmen, das drei unter ukrainischer Kontrolle stehende Kernkraftwerke betreibt und über die Hälfte des Stroms des Landes liefert. Nach Angaben der Ermittler war er derjenige, der das „Dach" für das „Schlagbaum"-Schema bereitstellte — ein System, bei dem Auftragnehmer 10–15% des Auftragswerts zahlten, um zu verhindern, dass bereits ausgeführte Arbeiten blockiert wurden.
Die ersten Verdächtigungen erhielt „Tenor" bereits im November 2025 — gleichzeitig mit Timur Mindich („Karlsson"), dem früheren Energieminister German Galuschtschenko und dem früheren Vizeministerpräsidenten Alexej Tschernischow. Im Dezember 2025 ließ das Höchste Antikorruptionsgericht Basow gegen eine Kaution von 40 Millionen Hrywnja frei. Die am 10. Juli verkündete neue Verdächtigung ist ein separates Verfahren, das nicht das Schema selbst, sondern die Geldbewegungen danach untersucht.
Kontext: das Ausmaß des Falls „Midas"
Die Operation dauerte 15 Monate im verdeckten Modus: Ermittler sammelten etwa 1000 Stunden Audioaufnahmen und führten über 70 Durchsuchungen durch. Die Gesamtsumme des unrechtmäßigen Vorteils im Fall wird vom NABU auf etwa 100 Millionen Dollar geschätzt. Die Ermittlungen laufen parallel in zehn Jurisdiktionen — einige der Beteiligten und Vermögenswerte befinden sich im Ausland.
Basow selbst konnte bei einer VAKS-Sitzung dem Richter den genauen Namen seiner Position bei „Energoatom" nicht nennen und erklärte, dass er als „Experte einer Expertengruppe für Expertenfragen" arbeite. In veröffentlichten Audioaufnahmen erörtern er und Igor Myronyuk, wie sie Andrij Sinjuk, den Stellvertreter des Leiters der SAP, als Informationsquelle für vertrauliche Informationen über Ermittlungsmaßnahmen nutzen können.
Falls das VAKS Basow zu dieser Verdächtigung ebenfalls unter Kaution statt in Haft lässt, wird der Fall „Midas" einen wichtigen Präzedenzfall schaffen: ob eine zweite Verdächtigung ein Grund für die Überprüfung der vorbeugenden Maßnahme ist oder ob das System die erste Kaution als ausreichende Antwort auf beide Vorwürfe erachtet.