Die Nacht zum 25. Juli wurde von Bränden an gleich drei Stellen im Tiefland Russlands heimgesucht — Rostow am Don, Belgorod und Engels in der Saratow-Region. Das Ausmaß der Anschläge ist unterschiedlich, die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge sind nicht überall bestätigt.
Engels: Brand in der Nähe eines Flugplatzes der strategischen Luftfahrt
Der resonanteste Vorfall ereignete sich gegen 02:40 Uhr in der Region Saratow. Kyiv Independent berichtet, dass Flammen auf dem Gelände des Flugplatzes Engels-2 auftraten — Augenzeugen veröffentlichten Videos von Rauch und Feuer von der Seite der Basis. Das Ministerium für Notfallsituationen Russlands kündigte bereits vor dem Brand eine Raketenbedrohung und eine Drohnenbedrohung über der Region an.
Die Basis beherbergt ständig Tu-95MS, Tu-22M3 und Tu-160 — drei Typen strategischer Bomber, die die Russische Föderation regelmäßig für Raketenangriffsoperationen gegen die Ukraine einsetzt. Nach OSINT-Analyse der Veröffentlichung Astra erfasste das Feuer ein Gebäude in der Engels-1-Straße, wo sich vermutlich die Räumlichkeiten einer Militäreinheit befanden.
«Die Lage und Analyse des Videomaterials bestätigen den Brand auf dem Militärflugplatz Engels»
— ASTRA, OSINT-Analyse
Die Brandursache wurde offiziell nicht festgestellt. RBC-Ukraina weist darauf hin: Die Einheimischen hörten keine Angriffsgeräusche, daher ist ein direkter Zusammenhang mit dem Anschlag nicht bestätigt. Dies ist bereits der nicht erste Vorfall auf der Basis: Am 17. Juli bestätigte der SBU die Zerstörung eines strategischen Bombers Tu-95 in Engels — damals überwanden Drohnen fast 800 Kilometer.
Rostow: Massiver Anschlag, fünf Verletzte
In der dritten Nacht verzeichneten die Bewohner von Rostow am Don eine Serie starker Explosionen. Nach Aussagen von Gouverneur Juri Sljussar wurde die Region mit Drohnen und Raketen massiv angegriffen — die Luftverteidigung schoss Ziele über der Stadt ab. Beschädigungen sind in den Sowjetischen und Eisenbahn-Bezirken bestätigt: Zwei Mehrfamilienhäuser, zwei private Häuser, Geschäftsgebäude und Lagerhallen wurden beschädigt.
- Vier Verletzte — in Rostow am Don
- Ein Verletzter — im Bezirk Krasnosulinski
- Beschädigung der Infrastruktur des Grenzübergangs «Nowoschaxtinsk»
- Neun Flughäfen im Süden Russlands stellten vorübergehend den Betrieb ein
Am 12. Juli wurde bereits ein Tanker in der Asow-Schwarzmeer-Passage in der Region Rostow durch eine Drohne beschädigt — die Region ist systematisch einer Angriffszone ausgesetzt.
Belgorod: Anschlag auf ein Geschäftsobjekt
Der amtierende Gouverneur der Region Belgorod, Alexander Schuwajew, bestätigte Verletzte, Beschädigungen und Brände. Nach Angaben des Operativen Stabes traf eine Drohne ein Geschäftsobjekt, ein Mann wurde verletzt. Details sind minimal, bedeutende Zerstörungen werden nicht gemeldet.
Was ist bestätigt, was nicht
Der Anschlag auf Rostow und Belgorod wurde offiziell registriert — die Gouverneure beider Regionen bestätigten die Tatsache der Anschläge und deren Folgen. Bei Engels sieht die Situation anders aus: Der Brand ist vorhanden, die Drohnenbedrohung über der Region wurde angekündigt, aber ein direkter Zusammenhang zwischen dem Anschlag und dem Brand wurde offiziell nicht festgestellt. Weder Kiew noch Moskau bestätigten den Anschlag auf Engels bis zum Morgen des 25. Juli.
Der Kontext ist wichtig: Nach der SBU-Operation «Spinnennetz» im Juni 2025, bei der mehrere strategische Bomber beschädigt wurden, begann Russland, seine Luftfahrt zu zerstreuen — einige Tu-95 wurden zur Basis «Ukrainka» im Fernen Osten verlegt. Dennoch bleibt Engels ein Knotenpunkt für die Vorbereitung von Bombern auf Raketenabschüsse.
Sollte die Tatsache des Anschlags auf Engels durch Satellitenbilder bestätigt werden — wie es nach dem Anschlag vom 16. Juli der Fall war — stellt sich die Frage: Konnte Russland die Ausrüstung rechtzeitig aus den Hangars abtransportieren, die es nach den bisherigen Angriffen verlegen wollte.