Russland brauchte ein halbes Jahr, um 40 km² zu erobern — und verlor 281

Im ersten Halbjahr 2026 sank die Zahl der aktiven russischen Angriffsrichtungen von 13 auf sieben, und die Bilanz der eroberten und verlorenen Territorien fiel zum ersten Mal seit 2023 ins Minus.

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Олександр Сирський (Фото: Facebook-акаунт головкома)

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Oleksandr Sirskij, zog Bilanz des ersten Halbjahres 2026: Das Tempo des russischen Vorstoßes hat sich um mehr als das Zweifache verlangsamt, und die Anzahl der Richtungen aktiver Offensiven ist von 13 auf sechs bis sieben gesunken. Doch hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine konkrete Geometrie der Niederlage.

Was die Karte zeigt

Nach Berechnungen des amerikanischen Instituts zur Erforschung des Krieges (ISW) haben russische Truppen in sechs Monaten intensiver Sturmangriffe — von Dezember 2025 bis Mai 2026 — 40,64 km² Gebiet erobert. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor lag dieser Wert über 515 km². Das diesjährige Ergebnis beträgt somit weniger als 8% des Vorjahresergebnisses.

Gleichzeitig verzeichnet das ISW, dass Russland in eben diesen sechs Monaten 281,1 km² zuvor kontrolliertes Territorium verloren hat. Der Mai 2026 war der erste Monat seit Oktober 2023, in dem die monatliche Bilanz für die RF negativ ausfiel — der Aggressor verlor mehr, als er eroberte, bestätigten Analysten von DeepState.

Warum die Verlangsamung gerade jetzt stattgefunden hat

Das ISW nennt mehrere Faktoren gleichzeitig: ukrainische Bodengegenoffensiven, Schläge mit mittlerer Reichweite in die Tiefe des gegnerischen Hinterlandes sowie die Blockade von Starlink-Terminals durch Russland in der Ukraine im Februar 2026 — eine Maßnahme, die trotz ihrer antiukrainischen Absicht auch die Koordination der Besatzer selbst in Bereichen mit Signalüberlappung störte. Gesondert wird die Beschränkung von Telegram durch den Kreml erwähnt, die den operativen Austausch zwischen den Einheiten erschwerte.

«Sie versuchte eine großangelegte Offensive zu entfalten, konnte ihre gesteckten Ziele aber nicht erreichen, trotz ihrer Überlegenheit in Ausrüstung und Personalstärke»

Oleksandr Sirskij, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine

Parität — kein Wendepunkt

Am 10. Juli präzisierte Sirskij seine Formulierung: Ukraine und Russland «haben sich faktisch der Parität in den Vorstoßtempo angenähert», doch bis zu einem Wendepunkt im Krieg «ist es noch weit». Dies ist eine wichtige Korrektur — Parität bedeutet, dass beide Seiten zum Stehen gekommen sind, nicht dass eine von ihnen zur Offensive übergeht.

In politischen Kreisen der Ukraine und des Westens wird der Herbst immer häufiger als Richtwert für Verhandlungen oder eine Waffenruhe genannt. Wenn das Vorstoßtempo der RF noch zwei bis drei Monate hintereinander negativ bleibt, verliert Moskau das Argument «wir rücken vor — warum sollten wir stoppen». Aber wenn Russland sich umgruppiert und im Sommer die Aktivität zumindest auf vier bis fünf Richtungen gleichzeitig wieder aufnimmt — werden die Zahlen des ersten Halbjahres nur eine Pause und keine Tendenz sein.

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