Verhandlungen hinter den Kulissen: was und wann
Laut Reuters soll Senator Marco Rubio am 15. und 16. Februar nach seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz eine Reihe von Treffen in der Slowakei und in Ungarn abhalten. Der Besuch wird offiziell als Gelegenheit angekündigt, die Beziehungen „zu festigen“, auf der Tagesordnung stehen jedoch Fragen der Energie, bilateraler Beziehungen und der Verpflichtungen innerhalb der NATO, die die Interessen der Ukraine unmittelbar betreffen.
"Das sind Länder, die sehr enge [Beziehungen] mit uns haben, sehr mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten... und es ist eine gute Gelegenheit, sie zu besuchen,"
— Marco Rubio, Zitat nach Reuters
Was über die Gesprächspartner bekannt ist
Rubio soll sich mit dem slowakischen Premier Robert Fico und dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán treffen. Beide Politiker standen wiederholt im Mittelpunkt der Kritik der EU wegen der Einhaltung demokratischer Standards und wegen engerer Kontakte zu Moskau; sie haben zudem nach und nach Kanäle für Energieeinkäufe aus der Russischen Föderation wieder geöffnet oder offengelassen, was in Washington und in Kiew Besorgnis auslöst.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Fragen von Öl und Gas aus Russland sowie die Haltung zu Sanktionen sind kein innerer EU-Konflikt, sondern ein direkter Bestandteil der Sicherheitsarchitektur, der die Möglichkeiten zur Unterstützung der Ukraine beeinflusst. Wenn Budapest und Bratislava die energetische Abhängigkeit von Russland beibehalten oder auf eine Lockerung der Sanktionen drängen, schwächt das die einheitliche Haltung des Westens beim Druck auf den Kreml.
Position der USA: Druck oder strategische Erinnerung?
Der Besuch Rubios, wie Reuters und Politico beschreiben, verfolgt mehrere Ziele: an die Bedeutung kollektiver Verteidigung in der NATO zu erinnern, die Erwartungen an Solidarität in der Sanktionspolitik zu unterstreichen und die Bereitschaft einzelner Hauptstadteliten zu prüfen, energiepolitische Entscheidungen anzupassen. Es ist keine öffentliche Botschaft der „Bestrafung“, sondern eine diplomatische Abwägung von Risiken — und ein Signal an die Partner, dass Fragen der Energiesicherheit und der Unterstützung der Ukraine für einen Teil der amerikanischen politischen Elite weiterhin Priorität haben.
Mögliche Folgen
Kurzfristig sind Erklärungen und Vereinbarungen über Dialoge wahrscheinlich; langfristig gibt es zwei zentrale Szenarien: 1) Wenn die Verhandlungen zu einer schrittweisen Abstimmung der Energiestrecken und zur Koordinierung der Sanktionen führen, stärkt das die Position der Ukraine; 2) Wenn Ungarn und die Slowakei eine von der Mehrheit der EU abweichende Politik beibehalten, verschafft das Moskau zusätzliche Einflusshebel und erschwert die Konsolidierung der Unterstützung für Kiew.
Fazit
Rubio ist nicht gekommen, um „zu retten“ oder zu „verurteilen“ — er prüft die Bereitschaft der Partner, im Interesse kollektiver Sicherheit zu handeln. Für die Ukraine ist es wichtig, die Ergebnisse der Treffen nicht emotional, sondern anhand konkreter Auswirkungen auf die energetische Unabhängigkeit und die Unterstützungsmechanismen zu verfolgen. Nun sind die Partner am Zug: Werden sich Deklarationen in praktische Schritte wandeln — und was würde das an der Front des diplomatischen und energetischen Drucks auf den Kreml verändern?