Position der USA: kein Rückzug, sondern Umverteilung
In der hohen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern konkrete Schritte. Auf einer Pressekonferenz am 15. Februar betonte Senator Marco Rubio, dass die USA „nicht aus der NATO austreten“, und dass Aufrufe zur Stärkung der europäischen Verteidigung als Versuch zu verstehen seien, die Sicherheitslast zwischen den transatlantischen Partnern umzuverteilen. Das ist jetzt wichtig, weil es nicht nur um Diplomatie, sondern um Gefechtsbereitschaft und Logistik geht, die die Fähigkeit, die Ukraine zu verteidigen, direkt beeinflussen.
"Wir verlassen die NATO nicht. Wir gehen nicht weg. Wir können ein paar tausend Soldaten von einem Land in ein anderes verlegen, aber das war schon immer so."
— Marco Rubio, US-Senator
Was genau vorgeschlagen wird
Rubio beschrieb die Entwicklung der Rollen im Bündnis: die Verteidigungsfähigkeit Europas wird gestärkt, für die die europäischen Hauptstädte verantwortlich sein würden, jedoch im Rahmen eines gemeinsamen Verteidigungssystems der NATO. Seiner Ansicht nach gilt: Je stärker die Verbündeten, desto stärker das gesamte Bündnis — eine These mit praktischem Nutzen für die Ukraine, denn mehr europäische Fähigkeiten bedeuten schnellere und verlässlichere Unterstützung vor Ort.
"Wir verlangen nicht, dass Europa ein Vasall der USA ist. Wir wollen Ihr Partner sein. Wir sehen es nicht als negativ an, dass andere Länder größeren Einfluss in der NATO haben."
— Marco Rubio, US-Senator
Fakten, auf die man achten sollte
Nach Angaben von Reuters geht es außerdem um die Übergabe von zwei NATO-Kommandoposten an europäische Partner — Neapel und Norfolk. Im Januar berichteten The Washington Post und Reuters über Pläne, rund 200 Stellen in NATO-Strukturen zu streichen, die für die Planung militärischer und nachrichtendienstlicher Operationen zuständig sind. Diese Schritte erscheinen nicht als Demarche, sondern als Neugestaltung der institutionellen Architektur des Bündnisses.
Was das für die Ukraine bedeutet
Positiv: Eine stärkere europäische Verteidigung erhöht die Resilienz benachbarter Einsatzräume und verkürzt die Reaktionszeiten auf Bedrohungen, was die Sicherheit der Ukraine unmittelbar stärkt. Mehr europäische Kräfte und Führungsressourcen bedeuten zusätzliche Kanäle für Unterstützung, militärische Logistik und Planung.
Risiken: Die Umverteilung von Zuständigkeiten erfordert Koordination. Wenn sich die Deklarationen nicht in Finanzierung, Produktionskapazitäten und konkrete Kontingente übersetzen, könnten die bloßen Worte ohne praktische Absicherung bleiben.
Fazit
Die Erklärung Rubios und die damit verbundenen Schritte von Reuters/WP sind ein Signal: Das transatlantische Bündnis reformiert sich, es zerfällt nicht. Für die Ukraine ist es wichtig, diese Signale in konkrete Garantien zu verwandeln — die Stärkung der Kapazitäten in Europa muss von klaren Verpflichtungen bezüglich Waffenlieferungen, Ausbildung und schnellen Logistikketten begleitet werden. Ob es den Partnern gelingt, Worte in Fähigkeiten zu verwandeln, ist eine Frage der Zeit und beharrlicher Diplomatie.