USA entsenden Kushner und Witkoff zu Verhandlungen über Garantien für die Ukraine – was bedeutet das?

Die Entscheidung zeigt das Ausmaß von Washingtons Engagement und wirft die Frage auf: Werden sich die politischen Signale in konkrete Garantien für Kiew verwandeln? Wir analysieren, was bereits vereinbart ist und welche Risiken weiterhin bestehen.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Vereinbarungen

Reuters berichtet: Zu den Verhandlungen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine am 6. Januar in Paris entsenden die USA den Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten, Jared Kushner, sowie den Sondergesandten von Donald Trump, Steve Witkoff. Die Agentur erhielt die Information von namentlich nicht genannten Vertretern des Weißen Hauses.

Worum es gehen wird

Das von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron initiierte Treffen hat zum Ziel, den „konkreten Beitrag jedes Landes“ zum Garantiesystem für Kiew endgültig abzustimmen. Präsident Wolodymyr Selenskyj und der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Rustem Umerov, bestätigten die Teilnahme der Ukraine auf Führungsebene, machten jedoch keine Angaben dazu, auf welcher Ebene die US-Seite vertreten sein werde.

Am Vortag, dem 3. Januar, fanden in Kiew Gespräche von Sicherheitsberatern europäischer Länder unter Beteiligung von Vertretern der EU und der NATO statt. Einen Tag vor dem Gipfel in Paris ist ein gesondertes Treffen der Generalstabschefs europäischer Länder angekündigt worden – eine zusätzliche koordinierte Vorbereitung auf militärischer Ebene. Außerdem berichtete der Generalstabschef der ukrainischen Streitkräfte, Andrij Hnatov, über die Abstimmung eines militärischen Dokuments zwischen der Ukraine und den USA.

"Wir haben Sicherheitsgarantien, Punkte des Friedensplans, den wirtschaftlichen Wiederaufbau und militärisch-politische Fragen besprochen. Die meisten Positionen – 90 % des Friedensplans – sind bereits abgestimmt, an den Details wird weiter gearbeitet."

— Rustem Umerov, Sekretär des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung der Ukraine

Warum die Zusammensetzung der US-Delegation wichtig ist

Die Anwesenheit von Kushner und Witkoff ist nicht nur eine Aufzählung von Namen. Eine solche Zusammensetzung der Delegation signalisiert zugleich das Interesse der USA an dem Prozess und die Nutzung politischer und nicht nur formaler administrativer Kommunikationskanäle. Für die Ukraine bedeutet das zweierlei: Erstens besteht die Chance auf schnelle politische Absprachen; zweitens kann das politische Format die Umwandlung dieser Absprachen in rechtsverbindliche und militärisch-operative Mechanismen ohne klare internationale Verpflichtungen erschweren.

Worauf die Ukraine Priorität legen sollte

Kiew muss von seinen Partnern nicht nur Erklärungen, sondern konkrete Maßnahmen verlangen: finanzielle Verpflichtungen, logistische Lösungen, Verfahren für die schnelle Verlegung von Kräften im Falle eines Waffenstillstands sowie rechtliche Mechanismen zur Kontrolle der Einhaltung der Garantien. Wie Präsident Selenskyj betonte, hängt die Wirksamkeit der Koalition von der Bereitschaft der Schlüsselstaaten zu einer tatsächlichen militärischen Präsenz nach einem Waffenstillstand ab.

Fazit: Nun sind die Partner am Zug – die diplomatischen Signale in Paris müssen sich in unterzeichnete und umgesetzte Vereinbarungen verwandeln. Die Frage, auf die das ganze Land warten wird: Reicht der politische Wille der Partner aus, damit das geschieht?

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