Trump und Europa: Warum der Kontinent zum Schlüssel für die US-Operation gegen den Iran wurde

Bloomberg betont: Trotz der Kritik von Verbündeten benötigen die USA europäische Stützpunkte, Luftraum und Logistik, um ihre Macht im Nahen Osten projizieren zu können. Für die Ukraine ist das ein Signal für die Bedeutung der Infrastruktur der Verbündeten und für die Risiken einer unberechenbaren Politik Washingtons.

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Дональд Трамп (Фото Yuri GripasEPA)

In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Absprachen

Bloomberg schreibt, dass die Rhetorik Donald Trumps in den letzten Jahren oft das Vertrauen der Verbündeten untergraben habe — doch im Fall einer Militäroffensive gegen den Iran wurde ausgerechnet die europäische Infrastruktur für die USA kritisch. Es geht nicht nur um politische Infantilisierung, Hysterie oder emotionale Attacken gegen Führungspersonen — es geht um Basen, Überflüge und Häfen, ohne die eine schnelle militärische Operation unmöglich ist.

Was geschehen ist

Jahrelang kritisierte Trump die Europäer wegen ihrer übermäßigen Abhängigkeit vom Schutz durch die USA. Doch während der Operation gegen den Iran benötigte Washington gerade die europäischen Kapazitäten: Logistikzentren in Deutschland, Luftwaffenbasen in Großbritannien, Seehäfen in Spanien und Überfluggenehmigungen. Gleichzeitige öffentliche Auseinandersetzungen — von Kritik bis zu Drohungen mit Wirtschaftssanktionen — änderten nichts am Wesentlichen: Für die Projektion von Macht brauchen die USA Verbündete vor Ort.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Diese Geschichte handelt nicht von Allianzen als Abstraktion, sondern von Infrastruktur, die operative Fähigkeiten und Aufklärung gewährleistet. Europäisches Territorium wird nicht nur für Operationen gegen den Iran genutzt, sondern auch zur Datensammlung, zur Koordination von Maßnahmen in Bezug auf die Ukraine und zur Unterstützung der Logistik. Für uns ergeben sich daraus zwei zentrale Thesen:

1) Die Stabilität der Unterstützung hängt nicht nur von der Rhetorik Washingtons ab, sondern von jenen, die die Nutzung von Fähigkeiten auf ihrem Territorium gestatten.
2) Die Erosion des Vertrauens zwischen den USA und Europa schafft zusätzliche Risiken für die Ukraine: von Verzögerungen bei Lieferungen bis zur erschwerten Koordination geheimdienstlicher Informationen.

Details, die es zu beachten gilt

  • Mitte Februar — The Times berichtete, dass der britische Premier zunächst die Nutzung britischer Luftwaffenbasen für Angriffe auf den Iran verweigert habe; die offizielle Ablehnung wurde mit dem Völkerrecht begründet.
  • 28. Februar — Die USA und Israel starteten die Operation «Epischer Zorn» und führten Angriffe auf Teheran und andere Städte aus.
  • 1. März — Die britische Regierung teilte eine Kursänderung mit und genehmigte die Nutzung bestimmter Einrichtungen.
  • 2. März — Es wurde bekannt, dass amerikanische Flugzeuge Spanien verlassen hatten, nachdem die spanische Regierung die Nutzung ihrer Basen für Angriffe auf den Iran untersagt hatte.

„Das ist ein Signal für die Erosion des Vertrauens — die USA zahlen den Preis dafür, dass sie keine Solidarität mit ihren Verbündeten gezeigt haben, und nun könnten sie ein unzuverlässiger Nutznießer ihrer Unterstützung sein. Die USA brauchen starke Verbündete, man weiß nie, wann man sie brauchen wird. Und die USA wissen nicht, wohin dieser Konflikt führen wird.“

— Ian Lesser, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Marshall-Fonds (USA)

Wie es weitergeht

Öffentliche Auseinandersetzungen bedeuten nicht immer einen Bruch — oft finden stille Konsultationen und Positionskorrekturen statt. Gleichzeitig erinnert dieser Vorfall die Ukraine daran: Die Unterstützung der Partner kann unbeständig sein, daher muss unsere Strategie zwei Elemente enthalten — die diplomatischen Beziehungen zu Verbündeten zu stärken und unsere eigene operative Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Analytischer Blick: Europa hält heute Elemente in der Hand, die die Geschwindigkeit und Dauer der amerikanischen Kampagne bestimmen. Für Kiew ist das ein Wegweiser — eine Erinnerung an die Bedeutung der Infrastruktur und an die Notwendigkeit, die Erklärungen der Verbündeten in konkrete Unterstützungsinstrumente zu verwandeln.

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