Trump zu Grönland: Die geostrategische Wette der USA und eine Herausforderung für die NATO – was bedeutet das für die Ukraine?

Der US-Präsident erklärte die Absicht, faktisch „Grönland zu besitzen“, und verwies dabei auf die Bedrohung durch Russland und China. Das ist nicht nur amerikanische Rhetorik – die Entscheidung könnte das Gleichgewicht in der Arktis auf den Kopf stellen und ein Dilemma für die europäischen Verbündeten und für die Sicherheit der Ukraine schaffen.

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Was geschehen ist und warum das wichtig ist

Bei einem Treffen mit den Chefs von Öl- und Gasunternehmen erklärte US-Präsident Donald Trump, die USA müssten die Kontrolle über Grönland haben, um dessen „Besetzung“ durch Russland oder China zu verhindern. Solche öffentlichen Äußerungen haben praktische Folgen: Fragen des Eigentums in der Arktis berühren die Interessen der NATO, der EU und mittelbar die Sicherheit der Ukraine.

Was genau Trump sagte

„Wir werden irgendetwas in Bezug auf Grönland unternehmen, ob es ihnen gefällt oder nicht. Denn wenn wir es nicht tun, werden Russland oder China Grönland einnehmen... Wir werden es auf einfache oder auf harte Weise tun“

— Donald Trump, Präsident der USA

Er stellte auch die Wirksamkeit von Pachtverträgen zwischen Dänemark und Grönland in Frage und pochte auf ein ‚Eigentumsrecht‘ statt jahrzehntelanger Abkommen. Laut Trump bestehe das Problem angeblich darin, dass Pacht keine ausreichenden Garantien gegen strategische Ansprüche anderer Staaten biete.

Quellen und wichtige Details

Trumps Äußerungen werden von mehreren Medienberichten begleitet: Nach Angaben von The Economist prüfen Washingtoner Kreise Optionen für ein Abkommen, das Kopenhagen umgeht (gemeint sind Mechanismen wie COFA). Politico berichtet, Trump habe in Gesprächen Sicherheitsgarantien für Europa oder sogar für die Ukraine im Austausch für Zugeständnisse bezüglich Grönland angeboten. Reuters berichtete über die Idee finanzieller Anreize — bis zu $100.000 für jeden Inselbewohner — als Teil eines möglichen Abkommens. Ein gesonderter Vorfall: Am 3. Januar 2026 zeigte die Frau eines Trump-Beraters eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge, was dem Thema zusätzliche öffentliche Resonanz verlieh.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens verändert eine verstärkte amerikanische Präsenz in der Arktis die Kräfteverhältnisse: Das bedeutet eine stärkere Konkurrenz mit Russland in einer strategisch wichtigen Region. Zweitens schafft ein Ansatz, bei dem territoriale Fragen Gegenstand direkter Verhandlungen zwischen Großmächten werden, einen gefährlichen Präzedenzfall für internationales Recht und für das Vertrauen innerhalb der NATO.

Für die Ukraine besteht das Hauptrisiko in der Transformation transatlantischer Solidarität in eine Reihe bilateraler Abkommen, bei denen Sicherheitsgarantien als Gegenleistung für ganz andere Zugeständnisse dienen könnten. Zugleich bietet diese Lage auch Möglichkeiten: In diplomatischen Verhandlungen lassen sich konkrete langfristige Garantien und institutionelle Unterstützungsmechanismen für die Ukraine einfordern.

Was als Nächstes zu erwarten ist

Das wahrscheinlichste Szenario in den kommenden Wochen sind intensive Verhandlungen zwischen den USA, Dänemark und europäischen Partnern sowie eine öffentliche Debatte über COFA und die juristischen Aspekte des Eigentums an der Insel. Analysten weisen darauf hin, dass eine übereilt getroffene Entscheidung die Einheit der NATO untergraben könnte — und diese wiederherzustellen wäre teurer, als einen Kompromiss in Bezug auf Grönland zu finden.

Für die Ukraine ist es wichtig, nicht nur die Schlagzeilen zu verfolgen, sondern die Formulierungen der Vereinbarungen: Werden sie klare Verpflichtungen zur Sicherheit und institutionelle Garantien enthalten, oder verkommen sie zu politischen, situativen Zugeständnissen? Nun sind die Verbündeten am Zug: Werden diese Erklärungen in vertragliche Mechanismen überführt, die nicht nur die Interessen der USA, sondern auch die ihrer Partner schützen können?

„Es geht nicht nur um Eigentum — es geht um die Kontrolle der Einflusskorridore in der Arktis und um das Vertrauen unter Verbündeten“

— nach Einschätzung von Analysten von The Economist und Experten für transatlantische Sicherheit

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