Drei Wellen an einem Tag: Russland griff Dnipro mit 10 Raketen und über 80 Drohnen an und beschoss bereits zerstörte Stadtteile erneut

Am 25. April erlebte die Stadt einen der massivsten Anschläge seit Kriegsbeginn — fünf Tote, über 40 Verletzte, darunter Kinder. Russland zielt bewusst auf die gleichen Punkte ab, an denen bereits Rettungsarbeiten im Gange sind.

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Ілюстративне фото: Depositphotos

Am 25. April erlitt Dnipro einen Schlag in drei Wellen – von der Nacht bis zur Mittageszeit. Nach Angaben von Bürgermeister Borys Filatov trafen 10 Marineflugkörper und über 80 Drohnen die Stadt. Insgesamt startete Russland gegen die Ukraine 47 Raketen und 619 unbemannte Luftfahrzeuge – die Luftstreitkräfte zerstörten 610 Ziele, registrierten aber Treffer an 23 Orten.

Was und wo zerstört wurde

Der Hauptschlag traf den Wohnsektor. Rettungskräfte räumten den Treppenaufgang eines zerstörten vierstöckigen Hauses vollständig auf. Nach Aussage von Filatow wurden mindestens 27 Wohnhäuser, zwei Kindergärten und eine Ambulanz beschädigt, etwa 1500 Fenster wurden eingeschlagen. Ein separater Anschlag traf eine Tankstelle – es entstand ein Brand, in dem drei Lastwagen verbrannten.

Präsident Selenskyj bestätigte: fünf Tote, über 40 Verletzte – darunter Kinder, 23 wurden ins Krankenhaus eingeliefert, zwei Personen werden weiterhin als vermisst gesucht.

«Tagsüber griffen die Russen auch wiederholt den Wohnblock an, auf den sie in der Nacht geschossen hatten»

Präsident Selenskyj auf Telegram

Wiederholter Anschlag auf Rettungseinsatzorte

Gegen 11:30 Uhr traf der Feind erneut denselben Wohnblock – bereits während einer aktiven Rettungsoperation. Durch den wiederholten Anschlag kam ein weiterer Mensch ums Leben, mehrere Bewohner wurden verletzt. Die Stadtregierung nannte dies offen eine beabsichtigte Taktik: Anschläge auf Stellen früherer Treffer, wenn Rettungskräfte bereits vor Ort sind.

Flugabwehr wehrte 80% der Raketen und 94% der Drohnen ab – aber nicht alle

Filatow teilte mit, dass die Flugabwehr 80% der Raketen und 94% der Drohnen zerstört habe, die Dnipro angegriffen hätten. Genau in diesem Kontext wird ein Detail verständlich, das wie eine Anekdote wirken könnte: In der nächtlichen Welle flog eine «Schahed»-Drohne durch ein Fenster in eine Wohnung und explodierte nicht. Die Bewohner wurden nicht verletzt – dies zeigt jedoch die Dichte des Angriffs: Selbst eine neutralisierte Drohne landete im Innern eines Wohnhauses.

Nach Aussage von Selenskyj ist die kritische Schwachstelle der Flugabwehr der Mangel an Systemen und Raketen zur Bekämpfung ballistischer Waffen. Er erinnerte die Partner an die Notwendigkeit, bereits getroffene Entscheidungen zur Stärkung des Schutzes umzusetzen:

«Wir hoffen sehr, dass jede unserer politischen Vereinbarung zur Verstärkung der Flugabwehr rechtzeitig umgesetzt wird»

Präsident Selenskyj

Taktischer Kontext

Die Luftstreitkräfte bestätigten: Der Angriff bestand aus 12 ballistischen Raketen vom Typ «Iskander-M/S-400», 29 Marineflugkörpern «Ch-101», 5 «Kalibr» und etwa 400 «Schahed»-Drohnen. Nach ISW-Analyse werden ballistische Raketen für Präzisionsschläge gegen geschützte Ziele eingesetzt, während Drohnen und Marineflugkörper die Flugabwehr überlasten. Patriot-Systeme bleiben die einzigen, die balistische Raketen abfangen können – und Russland schießt gezielt dort, wo es sie nicht gibt.

  • 47 Raketen und 619 UAV – Gesamtumfang des Angriffs auf die Ukraine
  • 10 Raketen und 80+ Drohnen – direkt auf Dnipro
  • 5 Tote, 40+ Verletzte, 2 Vermisste – Bilanz des Tages
  • 27 Häuser, 2 Kindergärten, 1 Ambulanz – beschädigte Zivilinfrastruktur

Wenn die auf Zypern und im Rahmen des PURL-Programms getroffenen Vereinbarungen zur Stärkung der Flugabwehr nicht vor dem nächsten massiven Angriff umgesetzt werden – wird Dnipro ihm erneut mit denselben Lücken in der ballistischen Raketenabwehr begegnen.

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