Trump stoppte die Reise von Witkoff und Kushner nach Pakistan – der Iran hat die Verhandlungen bereits abgebrochen

Irans Minister Araghchi verließ Islamabad, bevor die amerikanische Delegation abheben konnte. Nun ist die diplomatische Sackgasse zwischen den USA und dem Iran durch gegenseitige „Wir gehen nirgendwo hin"-Positionen verfestigt.

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Дональд Трамп (Фото: WILL OLIVER / EPA)

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag die Reise des Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner nach Pakistan abgesagt — dort sollten neue Verhandlungen mit dem Iran stattfinden. Offizieller Grund: ein „18-stündiger Flug".

„Ich sagte meinen Leuten — als sie bereits zum Abflug bereit waren — nein, ihr werdet keinen 18-stündigen Flug dorthin machen",

— Trump in einem Telefoninterview mit Fox News

In einem Beitrag auf Truth Social konkretisierte er: „Zu viel Zeit für Reisen verschwendet, zu viel Arbeit! Wir haben alle Trümpfe, sie haben keinen. Wenn sie reden wollen — sollen sie anrufen". Aber der tatsächliche Kontext ist komplexer als die Rhetorik der Allmacht.

Warum wurde die Reise wirklich abgesagt

Laut Axios und Al Jazeera wurde die Entscheidung etwa eine Stunde getroffen, nachdem Irans Außenminister Abbas Araghchi Islamabad verlassen hatte. Er hatte die pakistanische Seite über Teherans Position zu den Bedingungen für die Beendigung des Krieges informiert — und flog ab, ohne auf die Amerikaner zu warten.

Araghchi kommentierte die Absage zurückhaltend, aber mit Subtext: „Es bleibt zu sehen, ob die USA es mit Diplomatie wirklich ernst meinen".

Sackgasse mit konkretem Inhalt

Die Verhandlungen sind nicht aus logistischen Gründen, sondern aufgrund unvereinbarer Ausgangspositionen festgefahren:

  • Der Iran fordert die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade iranischer Häfen, die am 13. April verhängt wurde, als Vorbedingung für die Fortsetzung des Dialogs. Araghchi nannte die Blockade einen „Kriegsakt".
  • Die USA weigern sich, die Blockade aufzuheben, bis eine Einigung erreicht wird — und fordern die vollständige, sofortige und sichere Öffnung der Straße von Hormus.
  • Teheran beharrt auf einem 10-Punkte-Plan, der die Aufhebung aller Sanktionen und den Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region einschließt; Washington hat dies öffentlich nicht vollständig abgelehnt, nimmt es aber auch nicht an.

Keine der beiden Seiten hat ihre Position aufgegeben — nur das Format der Verweigerung des Treffens hat sich geändert. Seit April 2025 haben die USA und der Iran mindestens mehrere Verhandlungsrunden im Oman und in Islamabad durchgeführt, und alle wurden als „konstruktiv" beschrieben, ohne dass dokumentierte Verpflichtungen eingegangen wurden.

Ein Mechanismus — der nicht existiert

Das Kernproblem des derzeitigen Verhandlungsprozesses ist das Fehlen eines Verifizierungsmechanismus. Der von Trump am 21. April verlängerte Waffenstillstand enthält keine unabhängige Überwachungsstruktur: Weder die amerikanische Blockade noch iranische Gegenmaßnahmen verstoßen formal gegen seine Bedingungen, da die Bedingungen nicht öffentlich festgehalten wurden. Beide Seiten handeln weiterhin in ihren eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen, während sie gleichzeitig Friedensbereitschaft erklären.

Trump hat zu verstehen gegeben: Der nächste Schritt liegt beim Iran. Teheran hat zu verstehen gegeben: Der nächste Schritt liegt bei den USA. Wenn keine der beiden Seiten bei der Blockade nachgibt, bevor der geltende Waffenstillstand abläuft, geht es nicht mehr darum, wer zuerst anruft — sondern darum, wer die Anschläge wieder aufnimmt.

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