Umerow in Miami: erstes Treffen mit Witkoff nach dreimonatiger diplomatischer Pause

Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und den USA werden wieder aufgenommen, nachdem Washington seit Ende Februar von der Nahostkrise in Anspruch genommen worden ist. Selenskyj hat drei Aufgaben der Delegation veröffentlicht – doch die Schlüsselfrage zu Sicherheitsgarantien steht nicht auf der Liste.

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Рустем Умєров (Фото: EPA)

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates und Chefunterhändler der Ukraine Rustem Umjerow ist nach Miami gereist, um sich mit dem Sondergesandten des US-Präsidenten Steve Witkoff zu treffen. Dies berichtete eine Quelle der Nachrichtenagentur Reuters, und das Präsidentenbüro bestätigte die Tatsache. Das Treffen ist das erste, seit der Verhandlungsprozess faktisch zum Erliegen gekommen ist.

Drei Monate im Wartezustand

Seit Ende Februar ist die Diplomatie zur Ukraine in den Hintergrund getreten: Der Verhandlungsprozess kam zum Stillstand, da sich Washington auf eine Operation gegen den Iran und die Folgen der durch die Blockade der Straße von Hormus verursachten Krise konzentrierte. Das letzte trilaterale Treffen in Genf am 18. Februar endete ohne Durchbruch — nach Angaben von Axios seien die Verhandlungen aufgrund der Position der russischen Seite „in eine Sackgasse geraten".

Jetzt versucht Kiew, die Aufmerksamkeit der amerikanischen Verwaltung zurückzugewinnen. Dies könnte eine Rückkehr der USA zu der Frage der Beilegung des russisch-ukrainischen Krieges bedeuten.

Was auf der Tagesordnung steht

Präsident Zelenskyj hat Umjerow öffentlich drei Aufgaben gestellt:

  • Humanitäre Schiene — Vorbereitung eines weiteren Gefangenenaustausches. Der vorherige fand im Oktober statt, als 250 Militärangehörige und Zivilisten nach Hause zurückkehrten.
  • Aktivierung des diplomatischen Prozesses — Wiederaufnahme trilateraler Treffen unter Beteiligung Russlands.
  • Bilaterale Beziehungen — Fragen, die die direkte Zusammenarbeit zwischen Kiew und Washington betreffen.

Gleichzeitig wartet Kiew immer noch auf das, was es nicht bekommen hat: Zelenskyj kritisierte die Situation, dass die amerikanischen Unterhändler Witkoff und Kushner mehrmals Moskau besuchten und persönliche Gespräche mit Putin führten — aber in dieser Zeit nie nach Kiew kamen.

Die Sackgasse bleibt bestehen

Der strukturelle Widerspruch ist nicht verschwunden. Moskau verlangt den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kiew beharrt darauf: Es wird keine kontrollierte Territorien abtreten und die illegal besetzten Länder nicht anerkennen.

«Frühere Verhandlungsrunden haben in vielen Fragen gewisse Fortschritte erzielt, aber der Status der Region Donezk und die Details der Sicherheitsgarantien für die Ukraine bleiben die Hauptstreitpunkte».

Bloomberg

Schatten eines Skandals

Umjerows Reise findet in einem für ihn unangenehmen innenpolitischen Moment statt. Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates wurde zu einer Sitzung des Ermittlungsausschusses der Werchowna Rada geladen, die für den 13. Mai geplant ist, nachdem neue Audioaufnahmen in der „Midas"-Affäre veröffentlicht wurden, in denen seine Gespräche mit dem Geschäftsmann Timur Mindich erwähnt werden. Der Rat für nationale Sicherheit und Verteidigung teilte mit, dass er wegen einer Auslandsreise nicht erscheinen kann. Das Pressebüro Umjerows erklärte, dass die Authentizität der Aufnahmen von den zuständigen Behörden überprüft werden sollte.

Wenn Witkoff nach Miami endlich einen Besuch in Kiew bestätigt — das wäre das erste echte Signal, dass die USA in den Prozess als vollwertiger Vermittler zurückgekehrt sind, und nicht nur als Kanal zwischen Moskau und Washington.

Weltnachrichten